Ann Cotten

Ann Cotten

Lyophilia

13.06.2019, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


Dieser Erzählband katapultiert uns ein Stück weit in die Zukunft. Ein Ewigjugendlicher wird zusammen mit seiner Geliebten, einer slowenischen Erfolgspolitikerin mit zwei Kindern, in ein Paralleluniversum exportiert, in dem jede Überlegung Realität wird.  Indessen halten sich die alternden Bewohnernnnie des kurz nach Eröffnung bankrott erklärten Siedlungsasteroiden Amore an Klischees und Running Gags fest, um einen Halt gegen die Trauer zu finden, die eine größere Gefahr darstellt als Internetlosigkeit, kosmische Strahlung und humanitäre Instantnudeln zusammen. Eine antigoneische Mission rettet die Helden vor der Versumpfung im eigenen Überleben.

Was Ann Cotten die letzten Jahre etwas hochstaplerisch als „Science Fiction auf Hegelbasis“ angekündigt hat, ist jetzt gekommen. Lyophilia erinnert an Tarkowskijs Special Effects: eine Formulierung, vor eine Wirklichkeit gehalten, und plötzlich wird präzise, was sonst in der Form eines dumpfen Ahnens herumvegetiert. Und wo der mögliche Realismus aufhört, fließt heiß und pochend Emotion heraus.

Moderation: Malte Kleinjung

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

 
Ann Cotten wurde 1982 in Iowa geboren und wuchs in Wien auf. Nach ihrem Debüt als Lyrikerin weitete sich ihr Schreiben mehr und mehr auf das Gebiet der Prosa und Literaturtheorie aus. Sie wirkt damit auch in andere Kunstbereiche hinein. Zuletzt wurden ihr der Klopstock-Preis und der Hugo-Ball-Preis verliehen. Ann Cotten lebt in Wien und Berlin.

© Amrei-Marie, Wikipedia