Barbara Köhler

Barbara Köhler

42 Ansichten zu Warten auf den Fluss

06.12.2018, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


Die Stadt der Dichter und Denker ist Weimar. Und Castrop-Rauxel? Die Wiege der Poesie? Ebenso wenig ist die Emscher, die durch diese Stadt fließt, ein Fluss, sondern eine „offne Kloake, gespeist von Industrie und Haushal-/ ten mit Abwässern, ein Dreck“. Aber genau aus solch einer Umgebung schöpfen Barbara Köhlers 42 Ansichten zu Warten auf den Fluss poetische Kraft. Anlass dazu gab eine Skulptur, eine dsyfunktionale Holzbrücke mit Pavillons, die neben, nicht über der Emscher auf Feldern und Brachflächen platziert wurde. In den Tagen und Nächten, die Barbara Köhler auf dieser Brücke verbringt, schreibt sie über das Ruhrgebiet, eine Poesie der Geographie, aber auch über das Verhältnis der Sprachen, die dort zusammenfließen: „Der Totarm ist ein Rest in peace“. Und nicht zuletzt über das Warten: „Warten, bis sich Wörter lose verbinden, verbünden, ins Flimmern/ geraten“. Der Band präsentiert sich als ein Fotoalbum aus Worten: pro Seite ein Neunzeiler im Blocksatz. In der Form streng, aber auch leicht geschmeidig: Die Zahl der Zeichen variiert in jeder Zeile zwischen 63 und 65 – einem Spalier oder aber schmalen, kanalartigen Flussbett gleich.

Moderation: Malte Kleinjung

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Barbara Köhler, 1959 in Burgstädt geboren, wuchs im sächsischen Penig auf. 1985 bis 1988 studierte sie am Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Ihre schriftstellerische Tätigkeit die Lyrik, Essays und installative Texte für den öffentlichen Raum umfasst, ist mehrfach preisgekrönt. 2016 erhielt sie den Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik für ihren Gedichtband Istanbul, zusehends. Barbara Köhler lebt heute in Duisburg.