It Can’t Happen Here? Sinclair Lewis und die Politik der Gegenwart

It Can’t Happen Here? Sinclair Lewis und die Politik der Gegenwart

Joshua Cohen im Gespräch mit Jan Wilm

20.11.2018, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


Es gibt Bestseller mit Zeitzünder: 80 Jahre sind seit der Veröffentlichung vergangen, als Sinclair Lewis’ Politsatire It Can’t Happen Here in den USA plötzlich innerhalb von einer Woche bei Amazon ausverkauft ist. Durch den Wahlsieg Donald Trumps hat der 1935 erschienene Roman über Nacht etwas Prophetisches bekommen. Er beschreibt die Bedingungen und Umstände, die einen Protofaschisten zum Präsidenten machen. Die Gesellschaftsschichten indes, denen Trump seinen Erfolg verdankt, erkennen manche im Personal von Babbitt und Main Street wieder, zwei weiteren Romanen des ersten amerikanischen Literaturnobelpreisträgers. Was ist an solchen Parallelisierungen und Analogien dran? Inwieweit tragen sie zum Verständnis der aktuellen politischen Lage bei? Nicht nur über solche Fragen, sondern auch über die Poetik und Ästhetik von Lewis’ Werk wird der Schriftsteller Joshua Cohen, einer der profiliertesten Kommentatoren der amerikanischen Gegenwartskultur, mit dem Literaturwissenschaftler und –kritiker Jan Wilm sprechen.

Moderation: Jan Wilm

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Sinclair Lewis (1885-1951), geboren in einer Kleinstadt in Minnesota, studierte in Yale und arbeitete als Journalist und Lektor in New York, San Francisco und Washington. Seit dem Erfolg seines Romans Main Street konnte er von der Schriftstellerei leben. 1926 erregte er großes Aufsehen mit seiner Ablehnung des Pulitzerpreises, der ihm für seinen Roman Arrowsmith zuerkannt worden war; 1930 erhielt er als erster US-Amerikaner den Literaturnobelpreis.

Joshua Cohen, wurde 1980 in New Jersey geboren und studierte an der ‚Manhattan School of Music‘. Er schreibt nicht nur Erzählbände und Romane, sondern auch Kritiken für renommierte Zeitungen wie die ‚New York Times Book Review‘. Zu den Auszeichnungen, die er für sein literarisches Schaffen erhalten hat, zählen der ‚Pushcart Prize‘ (2012) und der ‚Matanel Prize in Jewish Literature‘ (2013). Auf Deutsch erschien von ihm zuletzt das Buch der Zahlen (Schöffling & Co).

Jan Wilm, hat Anglistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main studiert und über J. M. Coetzee promoviert. Seit 2018 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Er übersetzt darüber hinaus aus dem Englischen (zuletzt Maggie Nelsons Bluets) und ist als Literaturkritiker für Zeitungen (FAZ, Tagesspiegel, NZZ) und im Radio tätig.

©Arnold Genthe, 1914, Library of Congress