Jakob Nolte

Jakob Nolte

Schreckliche Gewalten

14.02.2018, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


„Mein Buch ist ein bisschen wie Browsen“, sagt Jakob Nolte im Interview mit dem Magazin SPEX. „Nur dass die 18 offenen Tabs direkt nebeneinander abgebildet sind“.  Wie sich das liest? Schreckliche Gewalten ist ein beeindruckender Mix aus Horror, Porno und Märchen, aufgelockert durch Ironie, gespickt mit Abschweifungen. Die Geschichte fängt im Norwegen der 70er-Jahre an. Als der Vollmond am Himmel steht, zerfleischt Hilma, plötzlich zum Werwolf mutiert, ihren Mann. Auf diesen Schock reagieren ihre Kinder, die Zwillinge Iselin und Edvard, unterschiedlich. Iselin bleibt vor Ort, um zu studieren – und wird zur Terroristin. Edvard hingegen möchte weg, über die Sowjetunion nach Afghanistan. Zu diesem Zeitpunkt übt ein Parasit bereits seit einigen Jahren die Kontrolle über ein Mädchen namens Sofia aus. Er lebt vom „biochemikalischen Trubel“ in ihren Blutbahnen. Alles, was Schmerz und Aufregung bereitet, ist ihm ein Fest. Die Jagd auf den Werwolf kann beginnen.

Indem Schreckliche Gewalten ein ums andere Mal überraschende Haken schlägt, entsteht eine unheimliche Dynamik. Der Titel ist dabei Programm: Es entfaltet sich ein Panorama der Gewalt, dessen Irrwitz auf historischen Fundamenten ruht. Der Roman zieht eine Bilanz des 20. Jahrhunderts und seiner Schrecken, die Namen wie Nanking, Hiroshima und Auschwitz tragen.

Moderation: Björn Jager

Ort: Literaturforum im Mousonturm

Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

Jakob Nolte, geboren 1988, wuchs in Barsinghausen am Deister auf. Nach seinem Studium des Szenischen Schreibens an der Universität der Künste in Berlin ist er mit vielfach ausgezeichneten Theaterstücken in Erscheinung getreten. Für seinen Debütroman ALFF bekam er den Kunstpreis Literatur 2016. Schreckliche Gewalten, sein zweiter Roman, stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017.

© Rachel Israela