John Wray

John Wray

Gotteskind

11.02.2019, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


Aden Grace Sawyer will weg aus ihrer kalifornischen Heimat, weg aus einem Land, das nichts als „eine leuchtend helle Leere“ ist und dem Flughafen gleicht, an dem sie alles hinter sich lässt: die saufende Mutter, den Vater, einen säkularen Muslim, der den wahren Glauben nicht kennt, ja, selbst ihren Namen. Sie schert sich die Haare, bindet ihre Brüste ab und unterdrückt die Menstruation mit Hilfe von Medikamenten, um sich in Suleyman Al-Na’ama zu verwandeln. Mit dem Entschluss, in den Jihad zu ziehen, beginnt eine Reise, die von einer pakistanischen Medrese über die afghanische Taliban bis in die Wirrungen von 9/11 führt.

Der amerikanisch-österreichische Autor John Wray begeisterte 2017 beim Bachmann-Preis Jury und Publikum mit seinem Text „Madrigal“ und erhielt dafür eine Auszeichnung. Gotteskind ist nun sein lang erwarteter neuer Roman, eine Coming-of-Age-Geschichte im Zeichen des islamistischen Terrors. Er erzählt von der Suche einer jungen Frau nach Sinnhaftigkeit, die unauflöslich mit der eigenen Radikalisierung verwoben ist.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

© Jan Schoelzel

John Wray wurde 1971 in Washington, D.C., als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren. Studium am Oberlin College, an der Columbia University und an der Universität Wien. Er lebt als freier Schriftsteller in Brooklyn und Friesach (Kärnten). 2007 wurde er von dem Literaturmagazin „Granta“ unter die zwanzig besten jungen US-Autoren gewählt, 2017 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Deutschlandfunks ausgezeichnet.