Herzlich Willkommen
auf der Homepage des Hessischen Literaturforums
Liebe Freundinnen und Freunde,
es ist eine Tradition in der skandinavischen Literatur, dass Kriminalromane stets mehr behandeln als die Aufklärung eines Verbrechens. Sie sind fast immer auch gleichzeitig Charakterstudien, Gesellschaftsportraits oder soziokulturelle Betrachtungen.
Die Bücher der dänischen Autorin Pia Juul bilden da keine Ausnahme. Ihr neuester Roman, Das Leben nach dem Happy End, kreist zwar um einen Mordfall, vielmehr aber interessiert Juul sich für die Beziehung des Opfers und seiner Ehefrau und spielt zudem mit zahlreichen Verweisen auf philosophische und literarische Texte.
Am Donnerstag, dem 2. Februar, 20 Uhr, ist Pia Juul gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Ursel Allenstein im Hessischen Literaturforum zu Gast und stellt diesen Roman vor.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Endspurt beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen 2011/2012
In fast drei Jahrzehnten hat sich das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen zu einer festen Größe in der Förderung junger Autoren und werdender Schriftsteller etabliert. Nun sind zum 29. Mal Talente in Hessen und Thüringen aufgefordert, ihre Texte einzureichen. „Die große und steigende Resonanz des Wettbewerbs in den vergangenen Jahren zeigt, dass wir eine hervorragendes Instrument gefunden haben, die Kreativität und die Lust am Schreiben bei jungen Menschen zu fördern“, betonte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann. Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, ruft zur Teilnahme am Wettbewerb auf: „Mit dem Jungen Literaturforum ermöglichen wir Nachwuchsschriftstellern, ihr Talent einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit schaffen wir wichtige Freiräume des kreativen und freien Denkens.“
Gefördert werden heißt hier aber mehr, als einen der zehn Geldpreise von je 500 Euro zu gewinnen. So werden die Preisträger des Jungen Literaturforums in ihrer literarischen Entwicklung beispielsweise durch die Teilnahme an einem Wochenendseminar mit Schriftstellern und die Veröffentlichung der Texte in der Anthologie „Nagelprobe“ unterstützt. Die besten der bis zu 30 Preisträger nehmen außerdem am hr2-Literaturpreis teil. Ihre Texte werden in der Sendung „hr2-Spätlese“ ausgestrahlt. Die Hörer der Sendung können entscheiden, welcher Jungautor die Möglichkeit bekommt, einen selbst verfassten Text in „hr2-kultur“ zu senden, vergütet nach den üblichen Autorenhonoraren. Dass dieses nachhaltige Konzept aufgeht, zeigen ehemalige Preisträger. Von ihnen sind heute regelmäßig Beiträge in Literatur-Zeitschriften zu finden, sie nehmen an Lesungen teil und sind, wie z.B. Ricarda Junge, Daniela Danz, Jan Volker Röhnert und Thomas Hettche als Schriftsteller über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden.
„Originell, stürmisch, abgeklärt, stilsicher, komisch, berührend, verwirrend“ – so bezeichnet Juror Christoph Schröder die preisgekrönten Texte des letzten Jahres und erwartet für die nun laufende Ausschreibung ein ähnlich breites Spektrum. Wer zwischen 16 und 25 Jahren ist und in Hessen oder Thüringen wohnt, kann selbst verfasste Prosa oder bis zu 3 Gedichte, insgesamt maximal 1.300 Wörter, in deutscher Sprache, mit Namen Adresse, Geburtsdatum und Anzahl der Wörter, bis zum 31. Januar 2012 mit dem Stichwort „Junges Literaturforum“ per Mail an susanne.reichert@hmwk.hessen.de senden.
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Stichwort: Junges Literaturforum, Postfach 32 60, 65022 Wiesbaden
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Stichwort: Junges Literaturforum, Postfach 900 463, 99107 Erfurt
Hessisches Literaturstipendium Frühjahr 2012: Aquitaine
Das Bundesland Hessen pflegt seit vielen Jahren mit seinen europäischen Partnerregionen sowohl wirtschaftliche als auch kulturelle Kontakte. Zur Vertiefung der interkulturellen Kontakte wurde im Sommer 2005 das „Hessische Literaturstipendium“ ins Leben gerufen. Das Hessische Literaturstipendium für einen zweimonatigen Aufenthalt in der Aquitaine wird nun zum sechsen mal ausgeschrieben. Von Mitte April bis Mitte Juni 2012 soll wieder ein Autor oder Übersetzer aus Hessen nach Frankreich kommen. Aufenthaltsort ist Bordeaux. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar 2012.
Weitere Informationen zum Stipendium und den Bewerbungsvorgaben finden Sie hier.
Ausschreibung des Robert-Gernhardt-Preises 2012
Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann und der Sprecher der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, Dr. Herbert Hirschler, haben zum vierten Mal den Robert Gernhardt Preis ausgelobt, der Autorinnen und Autoren aus Hessen die Realisierung eines größeren literarischen Vorhabens ermöglichen soll. Die mit insgesamt 24.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 2009 vergeben. Sie ist nach dem 2006 in Frankfurt am Main gestorbenen Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt benannt.
Ministerin Kühne-Hörmann erinnerte heute in Wiesbaden daran, dass viele literarische Vorhaben nur mit Hilfe von Preisgeldern und Arbeitsstipendien realisiert werden können: „Der Robert Gernhardt Preis bietet Autorinnen und Autoren die Riesenchance, sich für einige Monate ohne Geldsorgen der Vollendung eines literarischen Projekts widmen zu können. Mein Dank gilt der Preisstifterin, der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.“
„Mit der Stiftung des Robert Gernhardt Preises trägt die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen gern dazu bei, hessischen Autorinnen und Autoren gute Rahmenbedingungen für ihre kreative Arbeit zu ermöglichen“, sagte Hirschler zum Engagement seines Hauses. Die WIBank nimmt als rechtlich unselbstständige Anstalt in der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) Aufgaben der monetären Wirtschafts- und Infrastrukturförderung in Hessen wahr (www.wibank.de).
Ab sofort können sich Autorinnen und Autoren aus Hessen wieder mit einem Exposé ihres Prosa- oder Lyrik-Vorhabens, das drei Seiten nicht überschreiten sollte, und einer sechsseitigen Textprobe beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst um den Preis bewerben. Sie sollten mindestens zwei selbständige Veröffentlichungen nachweisen können und ihren Lebensmittelpunkt in Hessen haben. Einsendeschluss ist 31. März 2012 (Poststempel). Staatsministerin Kühne-Hörmann wird die Preisträger im September 2012 in Frankfurt auszeichnen.
Über die Vergabe entscheidet eine Jury, der die Frankfurter Autorin Eva Demski, der Literaturwissenschaftler Karl-Heinz Götze (Professor für deutsche Literatur und Landeskunde an der Universität Aix-en-Provence) und der Frankfurter Literaturkritiker Christoph Schröder angehören. Daneben wirken je ein Vertreter der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, des Hessischen Literaturforums im Mousonturm e.V. und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst beratend mit.
Weitere Informationen sind im Internet unter der Adresse www.hmwk.hessen.de abrufbar. Sie können auch beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Referat IV 2B, Rheinstraße 23-25, 65185 Wiesbaden angefordert werden.
Hessischer Leseförderpreis 2011 für Einrichtungen in Breckenheim, Gießen, Lampertheim, Nidderau und Oberursel
Für herausragende Projekte zur Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen sind auch in diesem Jahr wieder Bibliotheken und andere öffentliche Einrichtungen mit dem mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Hessischen Leseförderpreis ausgezeichnet worden. Unter 17 Bewerbern hatte eine unabhängige Jury das Kinderbildungszentrum Breckenheim, das Literarische Zentrum Gießen, die Stadtbibliotheken Lampertheim und Oberursel sowie die Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau ausgewählt. „Die prämierten Projekte zeugen allesamt von einem großen Ideenreichtum und sehr hohen Engagement der Mitarbeiter. Ohne diese Voraussetzungen hätten die Projekte in dieser Form überhaupt nicht verwirklicht werden können“, sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung, bei der Preisverleihung im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt.
Die Stadtbibliothek Oberursel bekam ein Preisgeld von 5.000 Euro für ihre Projekte „Juju“ und „B.L.U.D.S.“, die Jugendliche für ehrenamtliche Bibliotheksarbeit und das Lesen begeistern sollen. Mit einem Preisgeld von 3.000 Euro wurde die Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau für ihr Projekt „Weckworte“ ausgezeichnet, das durch die Zusammenarbeit von Jugendlichen und Demenzerkrankten Leseförderung betreibt und gleichzeitig einen Dialog der Generationen ermöglicht. Ebenfalls 3.000 Euro gingen an die Stadtbücherei Lampertheim für ihr Projekt „Lesen im kleinen Dreieck“, das stadt- und länderübergreifend über Monate hinweg Kinder in die Welt der Literatur einführte. Ein Preisgeld von 2.000 Euro erhielt das Kinderbildungszentrum Breckenheim für das Projekt „Lesen & Schreiben“, das durch zahlreiche Aktivitäten die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern und den interkulturellen Dialog nachhaltig fördert. Die gleiche Summe bekam das Literarische Zentrum Gießen für sein Projekt „Gießener Bilderbuchtage“, das durch die vielfältigen Ansätze besticht, Kindern die Welt der Bilderbücher näher zu bringen.
Die Preisvergabe wurde umrahmt mit Auftritten des Schauspielers und Kabarettisten Michael Quast und des Slam Poeten Lars Ruppel sowie der Musik von Frank Wolff.
Nähere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie hier.
Peter Kurzeck wird mit dem Grimmelshausen-Preis 2011 geehrt, Annika Scheffel erhält Förderpreis
Es ist die Überraschung des literarischen Jahres 2011: Auf über 1000 Seiten entfaltet Peter Kurzeck in seinem jüngsten Roman „Vorabend“ ein schillerndes Panorama des bundesrepublikanischen Lebens der Nachkriegszeit. Die Kritiker waren begeistert ob der präzisen Beobachtungen und der überragenden Erzählkunst des Autors. Dieser Einschätzung hat sich die Jury des Grimmelshausen-Preises nun angeschlossen und verlieh Kurzeck die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung.
In seiner Laudatio lobte Christoph Schröder Kurzeck als eine herausragende Stimme der deutschen Literatur. Als Chronist einer vergangenen Epoche sei Kurzeck dabei zugleich immer auch ein Gegenwartsautor, der die Leser hier und jetzt mit seiner Literatur verzaubere. Den Vorwurf mangelnder Aktualität will Schröder darum nicht gelten lassen. Zwar spielten etwa die Wiedervereinigung oder das Internet in Kurzecks Prosa keine Rolle, doch „wie man deswegen auf die Idee kommen kann, seine Romane hätten mit unserer Gegenwart nichts zu tun, ist mir unerklärlich.“
Mit dem Grimmelshausen-Förderpreis wurde Annika Scheffel für ihren Roman „Ben“ ausgezeichnet. Das Debüt der 28-Jährigen sei "ein modernes, anrührendes, zugleich tragisches und skurriles Märchen über die Liebe, das Leben und den Tod mit Mut zur Phantasie und Sprachwitz", so die Jury in ihrer Begründung. 2007 war Annika Scheffel Preisträgerin des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen.
Seit 1993 wird der Grimmelshausen-Preis gemeinsam von den Städten Gelnhausen und Renchen sowie den Ländern Hessen und Thüringen gestiftet und alle zwei Jahre an eine Autorin oder einen Autor vergeben, „die oder der in den vorausgegangenen sechs Jahren durch ein in ständiger Druckform erschienenes erzählerisches Werk einen bemerkenswerten Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte geleistet hat“.
Bisherige Preisträger sind: Reinhardt Jirgl, Feridun Zaimoglu, Dieter Forte, Brigitte Kronauer, Adolf Muschg, Robert Menasse, Michael Köhlmeier, Alban Nikolai Herbst und Ruth Klüger.
Den Grimmelshausen-Fördepreis gewannen in der Vergangenheit Claudia Gabler, Silke Scheuerman, Jagoda Marinic und Ricarda Junge.

