WortKlang - Lyrik im Konzert

Gedichte und Musik gehören von jeher zusammen: Nicht umsonst stammt der Begriff „Lyrik“ von der Lyra ab, einem Zupfinstrument, das die Rezitation von Gedichten in der Antike begleitete. In Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen soll diese alte Tradition mit Lesungen in ganz Hessen wiederbelebt werden: In der Veranstaltungsreihe WortKlang treffen stets ein etablierter Lyriker und ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent aufeinander. Begleitet werden die Lesungen stets von Musikern; Worte treffen so auf Klänge.

Im Oktober 2010 fand in Friedrichsdorf die erste WortKlang-Veranstaltung statt: In der evangelischen Kirche lasen Franz Hodjak und Jan-Volker Röhnert aus ihrem Werk und wurden von Evert Groen auf der Orgel begleitet. In Pfungstadt trafen im Dezember Olga Martynova und Daniela Danz aufeinander. Der musikalische Rahmen wurde durch die Band Papa Legba's Blues Lounge geschaffen. Weitere Lesungen fanden u.a. in Hofgeismar, Fulda und Bad Schwalbach statt.

Weitere WortKlang-Termine 2012:

 

 

 

Donnerstag, 23. Februar 2012, 20 Uhr:
Zwischen Tafelberg und Schafherde: WortKlang mit Olaf Velte und Romina Voigt im Café Portstraße Oberursel

Am 23. Februar 2012, 20 Uhr, lesen Olaf Velte und Romina Voigt im Café Portstraße in Oberursel. Das Motto des Abends - "Zwischen Tafelberg und Schafherde" - deutet an, in welchem Spannungsfeld sich die beiden Autoren bewegen: Gemeinsam ist ihnen das Interesse an der Natur, der Blick auf eine äußere Umgebung, die gleichzeitig Auskunft gibt über das innere Befinden der Menschen. Romina Voigt nimmt den Zuhörer mit auf Reisen: Sie schreibt von den Elfen in Skandinavien, vom Mthatha-Man in Südafrika, von Trauerweibern im kroatischen Hinterland. Und plötzlich richtet sie den Blick aufs thüringische Dorf, wo im Hof geschlachtet wird, während die Nachbarin stirbt. Romina Voigt liefert Momentaufnahmen, präzise wie Fotografien, die den Alltag als Kunst aufblitzen lassen. Und auch Olaf Velte verbindet in seinen Gedichten die geographische mit der emotionalen Landschaft - ohne jedoch in die Ferne einzutauchen. Er ist ein Heimatdichter im besten Sinne, seine Lyrik lebt vom Acker, von den Schafen, von den Bachläufen zwischen den Feldern. Nicht aber die kitschige Verklärung eines untergehenden Heimatbegriffs steht im Zentrum von Veltes Gedichten: Es ist der unverwandte Blick auf die Schönheit und Unbarmherzigkeit einer Natur, die einem harte Arbeit abverlangt und die gleichzeitig in ihrer Bildlichkeit die seelischen Wunden der Menschen, die in ihr leben, offenbart.

Musikalisch begleitet werden Olaf Velte und Romina Voigt von den Klarinettisten Susanne und Bodo Scheer.

Olaf Velte wurde 1960 in Bad Homburg geboren. Nach seiner Ausbildung zum Verlagskaufmann studierte er Germanistik, Philosophie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Seit 1993 ist er als Schafzüchter und freier Autor tätig, leitet eine freie Theatergruppe und arbeitet als Journalist für verschiedene Tageszeitungen. Olaf Velte schreibt neben Gedichten auch Essays und Erzählungen, zuletzt veröffentlichte er den Lyrikband Schindäcker, rauhe Gärten (2008). 2003 erhielt er den Förderpreis der Deutschen Schillerstiftung, 2004 das Moldaustipendium des Landes Hessen.

Romina Voigt, 1985 im Thüringer Wald geboren, studierte in Jena; Preisträgerin des Jungen Literaturforums Hessen‐Thüringen 2009 und 2011; zusammen mit Moritz Gause Organisatorin der »ESP – Sprunghafte Lesereihe Weimar«, der »Lautschrift«‐Lesereihe in Jena und Herausgeberin des »Lautschrift«‐ Heftes.

Veröffentlichung von Gedichten in Zeitschriften und Anthologien, u. a. »Nagelprobe 26« (2009), »Palmbaum 50« (2010), »Zeichen & Wunder 54« (2010) und »L. Der Literaturbote 99/100« (2011). Im Dezember 2010 erschien ihr Debütbändchen »hemma« bei der Literarischen Gesellschaft Thüringen in Weimar.

 

Ort: Café Portstraße, Hohemarkstraße 18, 61440 Oberursel
Zeit: Donnerstag, 23. Februar 2012, 20 Uhr
Eintritt: 6,- / 3,-