Werkseinstellungen

Werkseinstellungen

Wie andere Institutionen des Literaturbetriebs auch, leben wir in einem stetigen Wechsel der Neuerscheinungen. Unsere Jahre sind strukturiert von Frühjahrsnovitäten und Herbstnovitäten. Es ist nicht der schlechteste Rhythmus, nach dem man leben kann. Und doch haben wir hin und wieder das Bedürfnis, aus diesem Kreislauf auszubrechen und den Blick über den Tellerrand der Aktualität hinausschweifen zu lassen. Einmal Bücher in den Vordergrund stellen, die nicht unbedingt frisch erschienen sind – oder vielleicht erst noch erscheinen. Einmal mit unseren Gästen nicht nur über ihr jüngstes Buch sprechen, sondern über ihr gesamtes bisheriges Werk, über das, was ihre Bücher miteinander verbindet und was sie voneinander unterscheidet, und über das Schreiben an sich und überhaupt.

Wenn etwas auf Werkseinstellung gesetzt wird, ist meist etwas kaputt oder irgendwie dysfunktional und man versucht deshalb den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Bei unserer Reihe ist nichts kaputt oder defekt und es soll auch nichts zurückgedreht werden – aber auch wir treten in unseren Werkseinstellungen einen Schritt zurück und fragen nach den Ursprüngen, den Beschaffenheiten und in einem ganz wörtlichen Sinne nach den Einstellungen zum Werk.