Nora Bossong

Nora Bossong

Rotlicht

11.04.2017, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


Alles beginnt mit einer rot lackierten Tür – dem Eingang zu einem Beate-Uhse-Laden. Die Tür und das Bewusstsein dafür, was sich hinter ihr verbirgt, markieren für Nora Bossong das Ende der Kindheit und den Beginn der Pubertät. Und obwohl sie den Laden bereits als Teenager zum ersten Mal betritt, wird es weitere 20 Jahre dauern, bis sie sich dazu entschließt, einen viel tieferen Blick hinter die Kulissen der Sexindustrie zu werfen. Nora Bossong besucht Stripclubs und Sexmessen, Darkrooms, Laufhäuser und den Straßenstrich. Was, fragt sie während ihrer Recherchen, ist gekaufte Erotik wert? Was treibt Menschen an, einen Swingerclub zu besuchen? Warum verharrt gerade diese Branche so sehr in tradierten Geschlechterrollen, wo Frauen fast nur als Ware und so gut wie nie als Konsumentinnen gesehen werden? Innerhalb eines Jahres trägt Nora Bossong jedoch nicht nur journalistische Erkenntnisse zusammen. Rotlicht ist auch ein Blick ins eigene Innere, in die Fragilität, die das Begehren in uns erzeugt. Nicht wenige vermeintliche Gewissheiten wird Bossong am Ende des Buches in Frage stellen.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, studierte in Berlin, Leipzig und Rom Philosophie und Komparatistik. Von ihr sind neben mehreren Romanen auch Gedichte erschienen, zuletzt der Band Sommer vor den Mauern (2011). Sie war Writer-in-Residence an der New York University sowie an der Universität Nanjing. Ihr Werk ist mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet worden.

©Peter-Andreas Hassiepen