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PROGRAMM

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Dez 2019

Schimpf & Schande

Mit Isabel Bogdan und Edgar Rai

12.12.2019 20:00 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

„Das muss man doch gelesen haben!“ – Ertappt? Kleinlaut kramt man im Allgemeinwissen nach den kläglichen Resten, die einst bei der Lektüre des Wikipedia-Artikels über diesen Klassiker der Literatur hängenblieben sind, um die öffentliche Schande vor dem gebildeten Gegenüber vielleicht doch noch irgendwie abwenden zu können… Es wird Zeit, den Spieß umzudrehen. Bei „Schimpf & Schande“ schlägt die Stunde der Unbeleckten. In den Hauptrollen: Ein oder zwei Autor*innen, ein Moderierender, zwei Klassiker, die die Beteiligten bis dato nur vom Hörensagen kannten. Dazu Fragen: Was hat das alles mit uns zu tun? Ist das jetzt eigentlich Kunst oder kann das weg? Denn wo steht denn geschrieben: einmal Kanon, immer Kanon?

Einmal mehr in Bestbesetzung: Isabel Bogdan, Übersetzerin (u.a. von Jane Gardam) und Bestsellerautorin (Der Pfau, Laufen), sowie Edgar Rai, der alleine, im Team oder unter Pseudonym schreibt, ebenfalls übersetzt und nebenbei noch eine der schönsten Buchhandlungen Berlins führt. Die beiden haben es mit den Franzosen. Nach Camus bei der letzten Ausgabe nehmen sie sich nun Marguerite Duras‘ Der Liebhaber vor. Und es wird dramatisch: Shakespeares Viel Lärm und Nichts ist das erste Theaterstück bei „Schimpf & Schande“.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Foto Isabel Bogdan: © Smilla Dankert

Foto Egar Rai: © Mirjam Knickriem

Isabel Bogdan wurde 1968 in Köln geboren, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo und ist mittlerweile bekennende Hamburgerin. Neben zahlreichen Übersetzungen, u.a. von Jane Gardam, Nick Hornby, Jonathan Safran Foer, Jonathan Evison und Megan Abbott, schreibt sie selbst Romane und Kurzgeschichten. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung. Für den Romananfang ihres ersten Romans Der Pfau bekam sie 2011 den Hamburger Förderpreis für Literatur.

Edgar Rai, geboren 1967, wurde mehrerer Schulen verwiesen, ging ein Jahr nach Amerika und studierte Musikwissenschaften und Anglistik in Marburg und Berlin. Er arbeitete unter anderem als Drehbuchautor, Basketballtrainer, Chorleiter, Handwerker und Onlineredakteur. Seit 2001 ist er freier Schriftsteller und hat neben weiteren die Romane ‚Etwas bleibt immer‘ und ‚Im Licht der Zeit‘ veröffentlicht. Edgar Rai hat drei Kinder und lebt in Berlin.

Jan 2020

Madame Nielsen

Das Monster

22.01.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Das Monster ist ein auf Repeat gestellter Albtraum. Derjenige, um den es dabei geht, hört auf keinen Namen. Und als er einmal in den Spiegel blickt, ist niemand zu sehen. Ein Vampir? Nein, bloß ein Europäer ohne Herkunftsland und Geschichte, den es im Winter 1993 nach New York zieht, um Mitglied von The Wooster Group zu werden, den Pionieren des experimentellen Theaters. Tagsüber ist sein Platz bei den Proben, wo alle stur „their stuff“ machen. Nachts vergewaltigen ihn zwei sich aufs Haar gleichende Zwillinge in Endlosschleife. Am Morgen danach stets French Toast, Kaffee und Orangensaft. Dazwischen irrt er durch das Gitternetz der New Yorker Straßen auf der Suche nach einem Sinn.

Was Andy Warhol – quasi der Pate dieses Romans – mit seinen seriellen Bildern vorgemacht hat, treibt die Performancekünstlerin Madame Nielsen literarisch auf die Spitze. Für ihren identitätslosen Protagonisten scheint jeder Tag eine Kopie des vorherigen zu sein. Doch dann, ganz unmerklich, schleichen sich Lücken und Verschiebungen ein.

Lesung dt. Text: Stéphane Bittoun

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Madame Nielsen, geboren 1963, Autorin, Sängerin, Künstlerin, Performerin. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, und sie war mehrfach für den Nordic-Council-Preis nominiert. Performances u.a. in Berlin und Wien.

© Sofie Amalie Klougart

 

Norbert Gstrein

Als ich jung war

27.01.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Die Braut sticht ins Herz dieses Romans. „Hat Ihnen noch niemand unterstellt, dass mit Ihnen vielleicht etwas nicht in Ordnung ist“, fragt sie Franz, den Hochzeitsfotografen. Vielleicht, vielleicht – die Ungewissheit ist hier Programm. Tags darauf liegt die Braut tot am Fuße des Schlossbergs, der über dem Restaurant von Franz’ Eltern thront. Wo war der Junior in dieser Nacht? Jahre später: In den Rocky Mountains schlägt er sich als Skilehrer durch – bis auf einer Piste sein treuester Schüler Selbstmord begeht. Und dann ist da noch diese alte Sache mit Sarah, die er nachts auf den Schlossberg geführt hat. Ist Franz, wie er von sich selber sagt, wirklich nur „Statist“ oder nicht doch „eine Art Jäger“?

Wer sich auf Als ich jung war einlässt, wird mit formvollendeten Sätzen aufs Glatteis geführt. Der Ich-Erzähler ist keine Bank, sondern steht unter Verdacht. In seinem mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichneten Roman macht Norbert Gstrein Anleihen beim Krimigenre, um die Untiefen männlichen Begehrens zu erkunden. Zwischen Sehnsucht, Scham und Enttäuschung mischt sich dabei nicht zuletzt auch Gewalt.

Moderation: Christoph Schröder

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, studierte Mathematik in Innsbruck und besuchte dann sprachphilosophische Seminare in Stanford und Erlange. Er lebt als freier Schriftsteller in Hamburg. Für sein literarisches Werk wurde Gstrein unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Preis, dem Uwe-Johnson-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet.

© Oliver Wolf

Feb 2020

David Wagner

Der vergessliche Riese

04.02.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Demenzkranke sind zur Wiederholung verdammt. Unaufhaltsam verwandelt sich ihre Rede in einen Refrain: ein ums andere Mal dieselben Fragen, dieselben Anekdoten. Ab und zu, sagt David, benötige sein Vater einen kleinen Schubs, um aus den Windungen, in denen er hängen bleibt, wieder herauszufinden. Dann blitzen Charme und Erinnerungen an geliebte Menschen auf. Der vergessliche Riese beschreibt nicht einen dementen Vater; er lässt ihn vielmehr für sich selbst sprechen. Dialoge sind das Mittel der Wahl. Sie machen das Aufreibende der immer gleichen Gespräche spürbar. Und doch kommt der Sohn dem Vater dabei näher als in all den Jahren zuvor. Aus den Trümmern seines Gedächtnisses bergen sie eine Familiengeschichte, wie sie es nur in Deutschland geben kann.

David Wagner, der „Spezialist für altbundesdeutsche Detailwahrnehmungen“ (Helmut Böttiger), erzählt von der langsamen Aushöhlung eines Menschen. Die Trauer darüber mildern entwaffnende Nüchternheit und leiser Humor. Auf diese Weise gelingt etwas ganz Unwahrscheinliches: sowohl die Würde des Betroffenen als auch die Liebe zu ihm zu bewahren.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

David Wagner, geboren 1971 in Andernach, studierte Literatur und Kunstgeschichte in Bonn, Paris und Berlin. Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten lebt er als freier Autor und Journalist in Berlin. Buchveröffentlichungen, Übersetzungen in zahlreiche Sprachen, Auszeichnungen u.a. mit dem Alfred-Döblin-Stipendium und dem Walter-Serner-Preis. Der vergessliche Riese brachte ihm 2019 den Bayerischen Buchpreis und eine Platzierung auf der Shortlist für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis ein.

© Linda Rosa Saal

Das Gedicht im Bild

Lyrikwerkstatt mit Carolin Callies

08.02.2020 - 09.02.2020 10:00 - 18:00 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

„Das Sichtbare in den Dienst des Unsichtbaren zu zwingen, das macht das Leben des Dichters aus.“ (Marina Zwetajewa)

Visuelle Poesie, Collage, Gemäldegedicht, Instagram-Lyrik – all diese Formen versuchen sich an der Schnittstelle zwischen Bild und Text. Zu diesem Workshop sind alle eingeladen, die Lust an der Grenzüberschreitung haben und an der Interaktion zwischen den Künsten.

Zahlreiche zeitgenössische Lyrikerinnen und Lyriker lassen sich von bildender Kunst oder Fotografien inspirieren. Dabei könnte man meinen, vieles trenne die beiden Künste, wirken Sprache und Bild doch jeweils anders auf den Betrachter. Und doch wusste schon Horaz: „Eine Dichtung ist wie ein Gemälde“. Wir wollen gemeinsam einer poetischen Sprache für Bilder nachgehen und vor allem auch selbst Mischformen zwischen Wort und Bild ausprobieren, ihre Schnittstelle für etwas Drittes öffnen. Und auch den Fragen: Wie ist es um die Bildhaftigkeit der Metapher bestellt? Und wie um das Verhältnis von Abstraktheit und Konkretheit – im Bild wie im Gedicht? Wir wollen unsere Wahrnehmung an Bildern schärfen, generell fragen: Wie funktioniert der kreative Impuls.

Interessierte können sich mit Text unter bjoern.jager@hlfm.de anmelden. Eine Beschränkung auf drei Gedichte, die repräsentativ für das eigene Schreiben sind, ist empfehlenswert.

Das Seminar beginnt am 8. Februar, 10 Uhr, mit einem Rundgang durch eine Ausstellung in der Schirn (Eintritt in der Seminargebühr inbegriffen). Anschließend wird der Workshop in den Räumlichkeiten des Literaturforums fortgesetzt. Im März 2020 findet an einem Wochenende nach Absprache der zweite Teil des Seminars statt.

Zeiten: 8. & 9. Februar, 10-18 Uhr, sowie ein Wochenende im März 2020.
Seminargebühr: 160,-/80,- bei Teilnahme an beiden Wochenenden, 100,-/50,- Euro bei Teilnahme an einem Wochenende.

Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim, lebt in Ladenburg bei Heidelberg. Mit fünf sinne & nur ein besteckkasten legte sie 2015 ihr Debüt vor, für das sie mit dem Thaddäus-Troll-Preis und dem Jahresstipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. 2019 erschien ihr zweiter Gedichtband schatullen & bredouillen. Sie moderiert Lesungen, gibt Zeitschriften heraus, übersetzt Gedichte und ist Mitinitiatorin der jährlichen Ladenburger Literaturtage.

© Thommy Mardo

Susanne Röckel

Kentauren im Stadtpark

11.02.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Den Seiten entströmen Farben und Geräusche, entsteigt Geruch nach Kräutern und Kloaken. Die Sprache von Kentauren im Stadtpark bringt die Wahrnehmung zum Flirren. Nahezu unheimlich, wie plastisch die Figuren dieser Erzählungen gleichzeitig erscheinen, so prägnant sind ihre Charakterzüge gezeichnet. Im Zentrum stehen die 60jährige Tabea, die ihre akademischen Ambitionen nach ihrer Heirat aufgegeben hat, der lebensunlustige Lehrer Albert und die attraktive, aber einzelgängerische Uta. Die drei hadern mit abtrünnigen, verstorbenen oder sich entziehenden Geliebten. Doch haben sie alle auch einen Sehnsuchtsort. Genau dort lässt Susanne Röckel – und das ist der Clou – mit Kentauren und Sirenen den Mythos in die Gegenwart einbrechen. Es öffnet sich ein Raum, halb Phantasie, halb Wirklichkeit, in dem die geheimsten Ängste und Wünsche der Protagonisten die Gestalt mythischer Wesen annehmen. Diese Begegnungen können schmerzhaft, aber auch befreiend sein. Man selbst bleibt nach diesem Buch in jedem Fall beglückt zurück.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Susanne Röckel, geboren 1953 in Darmstadt, studierte Germanistik und Romanistik in Berlin und Paris. Nach Zwischenstationen bei der Zeitschrift Filmkritik und in Shanghai, wo sie als Deutschlehrerin arbeitete, ist sie heute freie Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen (Paula Fox, Antonia S. Byatt, Irène Némirovsky, Joyce Carol Oates u.a.). Susanne Röckel lebt in München.

© Gerald von Foris

Marion Poschmann

Nimbus

20.02.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Nimbus, die dunkle Wolke, ist eine Erscheinung aus Schwung, Pracht, Weite, und doch gehört sie dem Formlosen, Ungreifbaren. Sie entfaltet Wirkung, sie bestimmt die Atmosphäre, zugleich entzieht sie sich, bleibt unbeherrschbar. Mit festem Griff und Subtilität, Witz und Zärtlichkeit unternimmt Marion Poschmann in ihren neuen Gedichten den Versuch, Nähe und Ferne zusammenzudenken und die maßlosen Kräfte der äußeren Gegenwart in einen Raum der Innigkeit zu verwandeln. Aber wo ist innen? Die Erforschung Sibiriens vor Beginn der Industrialisierung, flüchtige Begegnungen mit Tieren, die Nuanciertheit eines Farbtons oder die Verletzlichkeit von Eismassen spiegeln ebenso wie die kleinen magischen Praktiken des Alltags die Einzigartigkeit der globalen Veränderung.

Moderation: Beate Tröger

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Klopstock- Preis 2018 für ihren Roman Die Kieferninseln (2017), der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und auf jener des Man Booker International Prize 2019 stand.

© Frank Mädler

Mrz 2020

Michael Kumpfmüller

Ach, Virginia

03.03.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Michael Kumpfmüller jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Er hat den Mut, sich dieser bedeutenden Autorin in ihren dunkelsten Stunden zu nähern. Es ist der März 1941. Das Ehepaar Woolf hat sich in ein Landhaus zurückgezogen, um den deutschen Bomben auf London zu entgehen. Virginia Woolf hat ihren Roman Zwischen den Akten fertiggestellt – und fällt in eine tiefe Depression. Sie findet weder Schlaf noch Gefallen an irgendetwas. Abgesehen vom Schrubben der Fußböden. Ihr Mann Leopold, der für sie „so etwas wie ein Hund“ ist, umsorgt sie. Doch die Toten kommen nicht nur mehr im Traum zu Besuch.

Ach, Virginia führt in die Gedankengänge einer Depressiven, ohne sich die Perspektive des Ichs anzumaßen. Aus dieser respektvollen, aber auch ironischen Distanz lässt Michael Kumpfmüller seine Heldin Rechenschaft vor sich selbst ablegen: über das eigene Schreiben, ihre asexuelle Ehe und nicht zuletzt über ihre niedersten Regungen. Kurzum: eine Charakterstudie im Kammerspielformat.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, hat Geschichte und Germanistik in Tübingen, Wien und Berlin studiert. 1986 zog er nach Berlin, wo er zuerst als Journalist für Tageszeitungen und Radio arbeitete. Mehrere Romane, Übersetzungen in andere Sprachen und Auszeichnungen, u.a. der Alfred-Döblin-Preis.

© Joachim Gern

Alexandru Bulucz

was Petersilie über die Seele weiß (Buchpremiere)

04.03.2020 19:30 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

So wie uns Paul Celan über das Verhältnis von Mohn und Gedächtnis aufgeklärt hat, verrät Alexandru Bulucz in seinem zweiten Gedichtband, was Petersilie über die Seele weiß. Die Gegenüberstellung des Kerns der menschlichen Existenz mit der grünen Suppendekoration vom Balkon gibt bereits im Titel einen Ausblick auf das dichterische Programm von Bulucz, der mit schalkhafter Freude vermeintliche und tatsächliche Gegensätze miteinander verbindet: Profanes steht neben Mystischem, Biographisches neben Groteskem, das Poetische wird mit der Verdauung vermengt – nicht umsonst heißt es gleich zu Beginn „Digestion statt Diegese“. Und auch sonst kommt das Kulinarische nicht zu kurz, wenn auch Spargelbündel und Borschtsch ihren Auftritt haben. Dass dies alles in einem Gedichtband Platz findet, ist dem klugen Sprachwitz von Alexandru Bulucz zu verdanken, von dem sein eigenes lyrisches Ich zu berichten weiß: „Er liebt das Rotwelsch und das Kauderwelsch, den Turmbau zu Babel / und das Schweigen im Babbeln.“ 

Moderation: Christian Dinger

Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Alexandru Bulucz, geboren 1987 im rumänischen Alba Iulia, wo er seine ersten 13 Jahre verbrachte, studierte Germanistik und Komparatistik in Frankfurt am Main. Er ist Lyriker, Herausgeber, Übersetzer und Kritiker. Sein Lyrikdebüt Aus sein auf uns erschien 2016. Für Gedichte aus was Petersilie über die Seele weiß erhielt er 2019 den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis. Er lebt in Berlin.

© Renate von Mangoldt