Waldschmidtstrasse 4, 60316 Frankfurt am Main, Telefon 069.24449940, info@hlfm.de

PROGRAMM

PROGRAMM

Aug 2020

stromern

Das Festival!

13.08.2020 - 16.08.2020 Ganztägig Uhr, Haus am Dom

Über stromern

Wenn einem die eigenen vier Wände zu eng werden, muss man raus in die Welt. Bis Mitte März fühlte sich das Literaturforum an seinem angestammten Ort im Mousonturm noch ausgesprochen glücklich – ein kleiner, feiner Ort für Bücher. Zurzeit ist er aber einfach zu klein. Deshalb wird für den Rest des Jahres gestromert, durch die Stadt und ins Umland. Die erste neue Heimat ist das Haus am Dom, und hier wird nicht gekleckert: vier Tage lang stromern – Das Festival! Wir nehmen den Titel wörtlich. Ein roter Faden im Programm? Nicht mit uns! Beim vielleicht kleinsten Festival der Stadt unternehmen wir einen Streifzug durch das, was das Literaturforum sonst ganzjährig zu bieten hat: Da ist Platz für Lyrik, für Podiumsdiskussionen und immer auch für die junge Gegenwartsprosa. Wir holen im Frühjahr ausgefallene Lesungen nach, werfen einen Blick auf den Herbst und kommen natürlich nicht am Virus vorbei – gestromert wird einmal quer durchs Themenbeet!

 

Alles wird anders – ein bisschen

Viele von Ihnen werden vielleicht in der jetzigen Zeit noch Vorbehalte haben: Vorbehalte, die die Atmosphäre betreffen, oder solche, die mit dem Infektionsgeschehen zu tun haben. Wir nehmen das sehr ernst und werden Sorge tragen, dass während des Festivals alle Vorgaben erfüllt werden – nicht zuletzt, damit Sie schon bei Ankunft das Gefühl haben, sich entspannen zu können.

Natürlich wird einiges ungewohnt sein. Sie werden mit Abstand zueinander platziert. Sie werden – zumindest bis Sie Ihren Platz eingenommen haben – eine Maske tragen müssen. Sie werden wahrscheinlich nicht nach den Veranstaltungen beieinanderstehen oder mit den Autor*innen länger ins Gespräch kommen können – obwohl wir hoffen, dass sich auf dem Vorplatz im Freien sehr wohl auch solche Momente ergeben. Aber es stimmt: Es sind keine Veranstaltungen, wie wir sie bisher kennen. Dies ist kein ganz normales Festival. Das kann man beklagen, oder man feiert, dass man sich wiedersieht. Wir haben uns fürs Feiern entschieden.

 

Was Sie beachten müssten:

Ort

Alle Veranstaltungen finden statt im Haus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt. Mit dem Haus am Dom haben wir einen Partner gefunden, der uns gleich zwei Räumlichkeiten bietet, in denen Hygienemaßnahmen sehr gut umgesetzt werden können: den Großen Saal sowie die Dachterrasse, die immer genutzt wird, wenn das Wetter es zulässt.

 

Vorverkauf only

Eine Tageskasse in ein ansonsten hervorragendes Hygienekonzept einzubauen, ist nur schwer möglich. Haben Sie Verständnis, dass wir Sie bitten müssen, sich ausschließlich im Vorverkauf mit Karten zu versorgen.

 

Solidarität

Sie haben im Vorverkauf die Wahl zwischen den üblichen Ticketkategorien (voll/ermäßigt). Es ist uns nach wie vor wichtig, jedem durch moderate Ticketpreise den Zugang zu den Veranstaltungen zu ermöglichen. Wenn Sie unsere Arbeit aber zu schätzen wissen und uns gerne unterstützen möchten in diesem etwas anderen Jahr, können Sie sehr gerne auch Solidaritätstickets kaufen.

 

Einlass

Damit sich bei schlechtem Wetter keine größeren Gruppen im Gebäudeinneren bilden, sollten Sie ca. 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn vor Ort sein. Bei schönem Wetter sind Sie herzlich eingeladen, früher vor Ort zu sein.

 

Hygiene

Alle Veranstaltungen, bei denen dies witterungsbedingt möglich ist, werden unter freiem Himmel auf der Dachterrasse des Hauses stattfinden. Bei schlechtem Wetter oder großer Hitze steht der Große Saal des Hauses zur Verfügung.

Wir bitten Sie, innerhalb des Gebäudes eine Schutzmaske zu tragen, bis Sie auf Ihrem Platz sitzen. Sowie Sie sitzen, können Sie die Maske abnehmen.

Es ist leider notwendig, dass Sie Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten vor den Veranstaltungen hinterlegen. Sollten Sie Namen, Adresse und Telefonnummer nicht im Vorverkauf angegeben haben, bitten wir Sie beim Einlass, sich in eine Liste einzutragen. Diese Daten werden datenschutzgerecht aufbewahrt und natürlich nach den geltenden Fristen vernichtet.

Bei der Bestuhlung werden die gesetzlichen Abstandsregeln beachtet. Wir wollen Personen aus einem Haushalt ermöglichen, dichter nebeneinander zu sitzen. In diesem Falle haben wir eine Bitte: Wenn Sie Tickets im Vorverkauf erworben haben und in einem Haushalt leben, schreiben Sie uns bitte bis Mittwoch, 12. August, eine E–Mail an info@hlfm.de. So können wir Sitzpläne für jede Veranstaltung erstellen.

Die Veranstaltungen sind zeitlich so gelegt, dass die Räumlichkeiten zwischen zwei Lesungen hinreichend gelüftet werden können. Außerdem wird eine Desinfektion zwischen den Veranstaltungen vorgenommen.

Kultur und Corona – Kultur nach Corona?

Diskussion mit Mirjam Schmidt und Jo van Nelsen

13.08.2020 19:00 Uhr, Haus am Dom

Es steht außer Frage, dass die Corona-Pandemie unsere Gesellschaft nachhaltig verändert. Ganze Branchen stehen am Abgrund – und mittendrin die Kultur. Zu Beginn durch alle Soforthilferaster gefallen, leiden die Szene und ihre Akteur*innen trotz aller nachträglich eingeleiteten Unterstützungsprogramme jetzt unter Maßnahmen, die – so notwendig und richtig sie sind – einen öffentlichen Arbeitsalltag verunmöglichen. Trägt ein Großteil der Einrichtungen die derzeitige Lage noch mit Fassung, steht allen Betroffenen das Schlimmste aber vielleicht noch bevor: nämlich dann, wenn die Budgets für die kommenden Jahre in den Ministerien und Kulturämtern festgelegt werden.

Zum Auftakt von stromern kommen der Schauspieler, Sänger und Regisseur Jo van Nelsen und Mirjam Schmidt, MdL und kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN, miteinander ins Gespräch. Sie sprechen über politische Bemühungen für die Kultur, die Bedürfnisse von Künstler*innen – und vor allem darüber, wie es in der Zukunft weitergehen kann und muss in der kulturellen Landschaft Hessens.

 

Moderation: Eva–Maria Magel

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

 

Eintritt frei
Anmeldung muss per Mail an info@hlfm.de erfolgen

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Mirjam Schmidt studierte Kunstgeschichte und arbeitete zunächst für Galerien und Architekturbüros in Frankfurt. Seit 2019 ist sie Mitglied des Hessischen Landtags für Bündnis 90/Die Grünen und ist kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

 

Jo van Nelsen wurde 1968 in Bad Homburg geboren. Seit vielen Jahren arbeitet er als Chansonsänger, Schauspieler und Sprecher sowie außerdem als Regisseur. Für seine Programme erhielt er zahlreiche Preise.

 

Eva-Maria Magel ist Redakteurin der Rhein-Main-Zeitung der FAZ. Sie widmet sich dort vor allem kulturellen Themen.

 

Bild Jo van Nelsen: © Dominik Reichenbach

Bild Mirjam Schmidt: © privat

Fulminante Verse – Die besten Lyrikdebüts

Vorgestellt von Beate Tröger und Tristan Marquardt, mit Slata Roschal und Saskia Warzecha

13.08.2020 21:00 Uhr, Haus am Dom

Debüts haben es nicht leicht auf dem Literaturmarkt. Mitreißend müssen sie sein, radikal sowieso, am besten schonungslos, in jedem Fall fulminant, wenn nicht gar furios. Und wenn es dann auch noch um Lyrikdebüts geht, oje, da helfen selbst diese werbewirksamen Worthülsen wenig bei der Suche nach Aufmerksamkeit, die sich meist um Prosa statt um Poesie, um Altbekanntes statt um Neuzuentdeckendes dreht.

Bei uns bekommen Lyrikdebüts nun aber Raum, ganz ohne marktschreierische Plattitüden: Die Literaturkritikerin Beate Tröger und der Lyriker und Literaturvermittler Tristan Marquardt wählen aus den Neuerscheinungen des Lyrikmarkts jeweils vier Erstlingswerke aus, die sie im Gespräch miteinander vorstellen. Mit Slata Roschal und Saskia Warzecha sitzen zwei der Debütantinnen als Gäste mit auf dem Podium und lesen aus ihren Gedichten.

 

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

#zweiterfrühling

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Saskia Warzecha, 1987 in Peine geboren, studierte Computerlinguistik in Potsdam, anschließend Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie war 2016 Finalistin beim 24. Open mike und gewann 2017 den Münchner Lyrikpreis, 2019 erhielt sie das Berliner Senatsstipendium. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Transistor, Approximanten ist ihre erste Buchveröffentlichung.

Slata Roschal wurde 1992 in St. Petersburg geboren und lebt seit 1997 in Deutschland. Sie wuchs in Schwerin auf, studierte Germanistik, Slawistik und Vergleichende Literaturwissenschaft in Greifswald und ist seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München. 2018 wurde sie sowohl mit dem Jury- als auch mit dem Publikumspreis beim Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.

Beate Tröger ist Literaturkritikerin, u.a. für den SWR, DLF, FAZ, sowie Redakteurin des Kulturteils der Frankfurter Hefte. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt.

Tristan Marquardt ist Lyriker und Literaturvermittler. Zuletzt erschien 2018 scrollen in tiefsee (kookbooks). Er veranstaltet seit vielen Jahren unabhängige Lesereihen und ist Mitinitiator von ULF, dem Festival unabhängiger Lesereihen. 2019 konzipierte er gemeinsam mit Monika Rinck Fokus Lyrik.

 

Bild Slata Roschal: © Mike Lange

Bild Saskia Warzecha: © Ulrich Schäfer-Newiger

Leif Randt

Allegro Pastell

14.08.2020 19:00 Uhr, Haus am Dom

Den Anfang macht eine Lovestory. Tanja, Autorin eines Kultromans, der sich um virtuelle Realität und Achtsamkeit dreht, und Jerome, Webdesigner, führen eine Fernbeziehung. Sie lebt in Berlin mit Blick auf die Hasenheide, er zurückgezogen im Bungalow seiner Eltern in Maintal. Beide sind um die 30 und wissen Bescheid. Sie wissen Bescheid, wie man nur Bescheid wissen kann: über eigene Grenzen, eigene Räume, den richtigen Umgang miteinander und sich selbst, über das richtige Auftreten, den richtigen Style, den richtigen Drogenkonsum, den richtigen Sport, über Liebesbeziehungen auf Augenhöhe und über Sex, der nicht immer gut, aber von der Überzeugung bestimmt ist, etwas für Geist, Körper und schlussendlich auch die energetische Entwicklung der Erde zu tun.

Es ist mehr Blase als greifbare Welt, was Leif Randt in Allegro Pastell entwirft. Tanja und Jerome, ihre Freunde und Affären, die sie beim Essen oder in den Clubs treffen, sind austherapiert und so sehr im Reinen mit sich, dass es weh tut. Doch gerade durch die glatte Oberfläche, durch das, was sich dem Zugriff verweigert, entsteht ein Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Moderation: Miriam Zeh

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

#zweiterfrühling

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Leif Randt, geboren 1983 in Frankfurt a.M., ist ein deutscher Autor. Bereits erschienen sind die Utopien Planet Magnon (2015), Schimmernder Dunst über CobyCounty (2011) und der London-Roman Leuchtspielhaus (2009). Ausgezeichnet wurde seine Arbeit zuletzt mit dem Erich-Fried-Preis (2016) sowie mit Aufenthaltsstipendien in Japan (2016) und Irland (2019). Seit 2017 co-kuratiert er das PDF- und Video-Label tegelmedia.net.

Miriam Zeh ist Literaturkritikerin (u.a. DLF) und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mainz.

 

Bild: © Zuzanna Kaluzna

Vom Reisen und Daheimbleiben

Mit Harriet Köhler und Michael Roes

14.08.2020 21:00 Uhr, Haus am Dom

In Zeiten einer globalen Pandemie – das haben wir mittlerweile oft genug gehört – bleibt man am besten zuhause: Urlaub auf dem Balkon, Parkausflug statt Städtetrip, Nachbarschaftserkundung statt große weite Welt. Für Harriet Köhler muss das keinesfalls ein schmerzliches Zugeständnis sein. In ihrer Gebrauchsanweisung fürs Daheimbleiben hält sie ein Plädoyer für den befreienden Verzicht in der Urlaubszeit und erläutert in 14 Schritten, wie man dem Alltag auch in den eigenen vier Wänden entkommen kann.

Michael Roes hingegen ist ein Autor, dessen ganzes Werk auf seinen Reisen aufbaut. In Israel, Afghanistan, dem Jemen, Mali und Tunesien ist er schon unterwegs gewesen. In seinen Reise-Essays, die in diesem Frühjahr unter dem Titel Melancholie des Reisens erschienen sind, bekommen wir Einblick in den poetischen Kosmos eines Autors, für den das Reisen nicht nur eine Leidenschaft, sondern eine Geisteshaltung ist. Mit genauem Blick betrachtet Roes dabei nicht nur die fremden Kulturen, sondern auch und immer wieder die Gesellschaft, aus der er kommt.

Ein Gespräch über die Wichtigkeit des Unterwegsseins und des Ausharrens für das Schreiben und das Leben – jenseits von Strandurlaub und Pauschaltourismus.

 

Moderation: Carolina López

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Harriet Köhler, 1977 in München geboren, studierte Kunstgeschichte, besuchte die Deutsche Journalistenschule und arbeitete danach als freie Autorin unter anderem für Die Zeit, den Tagesspiegel, GQ, Neon, den Zündfunk des Bayerischen Rundfunks und für MTV. Schon ihr Debüt „Ostersonntag“ war bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg. Zuletzt veröffentlichte sie den Roman „Und dann diese Stille“. Sie schreibt als Restaurantkritikerin für die Süddeutsche Zeitung und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Michael Roes, geboren 1960 in Rhede/Westfalen, lebt in Berlin. 2012 erreichte er mit seinem Roman Die Laute die Longlist des Deutschen Buchpreises. Mehrjährige Aufenthalte im Jemen, in Israel, Afghanistan, Algerien und Mali bilden den Hintergrund für viele seiner Bücher, Essays, Theaterstücke, Radiofeatures und Filme, so auch für Melancholie des Reisens. 2020 erhält er den Margarete-Schrader-Preis für Literatur der Universität Paderborn und den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.

Carolina López ist Romanistin und arbeitete viele Jahre als Redakteurin sowie für Verlage, u.a. für Schöffling & Co.

 

Bild Harriet Köhler: © Urban Zintel

Bild Michael Roes: © privat

Licht überm Land – Europa im Gedicht

Mit Nora Gomringer und Morten Søndergaard

15.08.2020 15:00 Uhr, Haus am Dom

Licht überm Land heißt der zweite Band einer von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung herausgegebenen Reihe, die sich der europäischen Lyrik widmet. Während der erste Band Grand Tour, herausgegeben von Jan Wagner und Federico Italiano, junge Lyrik Europas versammelt, wird nun mit Licht überm Land eine Entdeckungsreise in die dänische Lyrik vom Mittelalter bis heute unternommen.

Bei stromern treffen der dänische Lyriker und Klangkünstler Morten Søndergaard und Nora Gomringer aufeinander, die sich unabhängig voneinander mit dem Thema Krankheit beschäftigen. Während Gomringer sich in ihrem Band Morbus gleich 25 Symptombildern gewidmet hat, konzentriert sich Søndergaard auf das Antidot. Er hat eine „Wortapotheke“ entwickelt, denn es gibt seiner Meinung nach nichts, was nicht durch die richtige Präposition in den Griff zu bekommen wäre.
An diesem Nachmittag lesen Nora Gomringer und Morten Søndergaard eigene Gedichte und stellen die Wortapotheke in einer Performance vor. Mit Peter Urban-Halle ist zudem einer der Herausgeber von Licht überm Land zu Gast und spricht mit Morten Søndergaard über den Stellenwert der dänischen Lyrik.

 

Einführung: Peter Urban-Halle

Gespräche zwischen den Beteiligten finden in dänischer und englischer Sprache statt und werden ins Deutsche übersetzt.

Eine Veranstaltung zum Deutsch–Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr 2020 in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin und der Danish Arts Foundation.

#zweiterfrühling

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Nora Gomringer hat zahlreiche Lyrikbände vorgelegt und schreibt für Rundfunk und Feuilleton. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen sowie Aufenthaltsstipendien in Venedig, New York, Ahrenshoop, Nowosibirsk und Kyoto wurde ihr 2012 der Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik zuerkannt. 2015 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2019 war sie Max-Kade-Professorin des Oberlin College and Conservatory in Ohio. Nora Gomringer lebt in Bamberg, wo sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia als Direktorin leitet.

Morten Søndergaard veröffentlichte 1992 sein Debüt „Sahara i mine hænder“ (Sahara in meinen Händen). Im Jahr darauf erhielt er den Titel cand.phil. an der Universität Kopenhagen. Sein Gedichtband „Bier dør sovende“ (Bienen sterben im Schlaf) wurde 1998 mit dem Michael Strunge Prisen ausgezeichnet und erschien 2007 in deutscher Übersetzung. Søndergaard selbst hat mehrere Werke des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges ins Dänische übersetzt.

Peter Urban-Halle ist Literaturkritiker und literarischer Übersetzer aus dem Französischen und Dänischen. Für seine Arbeit als Übersetzer wurde er vielfach ausgezeichnet.

 

Bild Morten Søndergaard: © Frank Sebastian Hansen/norden.org

Bild Nora Gomringer: © Judith Kinitz

Nina Bussmann

Dickicht

15.08.2020 17:00 Uhr, Haus am Dom

Auf eigene Faust auszunüchtern, das schaffen die wenigsten. Wer mit dem Trinken aufhören will, sollte Anschluss an eine Gruppe suchen. Die suchtkranke Ruth kennt solche Lehren, glaubt aber nicht daran. Als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus aufwacht, braucht sie jedoch Unterstützung und wendet sich an die hilfsbereite Katja. Diese nimmt Ruth bei sich auf, kümmert sich um sie und merkt schon bald, dass sie Ruths destruktiver Kraft kaum etwas entgegenzusetzen hat. Dass es nicht leicht ist, Ruth zu mögen, weiß auch Max, der sie mit seinem linken Kollektiv beim Kampf gegen die neue Vermieterin unterstützen wollte. Dabei wünscht er sich eigentlich nichts mehr, als der Gesellschaft den Rücken zu kehren und einfach auszusteigen.
In Nina Bußmanns neuem, mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichneten Roman kämpfen drei Menschen in der Großstadt um Kontrolle, die längst verloren gegangen ist, verlieren sich im Dickicht prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse und taumeln zwischen Abhängigkeiten und verfehlten Freundschaften, Therapieversprechen und spirituellen Verlockungen.

 

Moderation: Jan Wilm

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

#zweiterfrühling

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt den Robert Gernhardt Preis 2019.

Jan Wilm ist Übersetzer, Literaturkritiker und Autor. 2019 erschien sein Debütroman Winterjahrbuch. Er übersetzt u.a. Maggie Nelson aus dem Amerikanischen.

 

Bild: © Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Anna Katharina Hahn

Aus und davon

15.08.2020 19:00 Uhr, Haus am Dom

Elisabeth, Reisebürobesitzerin im Ruhestand, muss einspringen: Ihre Tochter Cornelia, geschieden und alleinerziehend, braucht eine Auszeit und bittet die Mutter, sich um ihre beiden Kinder zu kümmern. Während Cornelia New York und Pennsylvania auf den Spuren Holden Caulfields und ihrer eigenen Familie bereist, verzweifelt Elisabeth im heimischen Stuttgart an den Kindern, ihrem eigenen Leben und an der Decke klebenden Pfannkuchen. Enkel Bruno, stark übergewichtig, müsste sich streng nach Plan ernähren, die 15-jährige Stella bandelt mit einem jungen Syrer an, Elisabeths Mann verlässt sie für eine andere Frau. Und dann ist da auch noch der Linsenmaier, eine Lumpenpuppe, die seit hundert Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird und ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen hat.

Mit Aus und davon legt Anna Katharina Hahn einen der besten Familienromane der vergangenen Jahre vor. Sie blickt zurück auf ein Jahrhundert Familiengeschichte zwischen schwäbischem Pietismus und dem Drang, den ureigenen Prägungen doch noch irgendwie zu entkommen – bildstark, mit Humor und außergewöhnlichem Gespür für die existenziellen Erschütterungen im Alltag.

 

Moderation: Dr. Sonja Vandenrath

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Anna Katharina Hahn, geboren 1970, gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen ihrer Generation. Ihr Roman Am Schwarzen Berg stand 2012 auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse und auf Platz 1 der SWR-Bestenliste. 2016 erschien Das Kleid meiner Mutter. Die Recherchen für Aus und davon führten sie in die USA und nach Mainz, wo sie 2018 die renommierte Stelle als Stadtschreiberin innehatte. Zugleich zeigt sie in ihrem neuen Roman ein unbekanntes Stuttgart, fern aller Klischees von der satten Schwabenmetropole.

Sonja Vandenrath studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Berlin und ist promovierte Literaturwissenschaftlerin. Sie leitet das Literaturreferat des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main.

 

Bild: © Uhunaj/Wikimedia Commons

Verena Güntner

Power

15.08.2020 21:00 Uhr, Haus am Dom

Power ist verschwunden, der Hund der alten Hitschke. Die einzige Person, die der Hitschke helfen kann, ist die elfjährige Kerze, die mit unerschütterlicher Willensstärke und großem Ernst die Suche nach Power in dem kleinen Dorf im Nirgendwo aufnimmt. Kerze kennt das Dorf wie ihre Westentasche, sie hat noch nie ein Versprechen gebrochen, und sie duldet keine Schwäche. Ein Kind nach dem anderen schließt sich der Suche an. Unter der strengen Anleitung von Kerze beginnen sie, das Verhalten des Hundes anzunehmen. Sie bellen, laufen auf allen Vieren, essen aus dem Napf –  und verschwinden eines Morgens im Wald.

In ihrem zweiten, für den Preis der Leipziger Messe nominierten Roman Power gelingt Verena Güntner ein faszinierender Spagat: Sie zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die aus den Fugen geraten ist – und in deren Mitte ein Mädchen steht, das autoritäre Rattenfängerin ist und in ihrer Empathie doch gleichzeitig zur Hoffnung für das Dorf wird.

 

Moderation: Björn Jager

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

#zweiterfrühling

 

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Verena Güntner, 1978 in Ulm geboren, spielte nach ihrem Schauspielstudium viele Jahre am Theater. Ihr Romandebüt ›Es bringen‹ (2014) wurde für die Bühne adaptiert und mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Verena Güntner erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb und das Berliner Senatsstipendium. Sie lebt in Berlin.

Björn Jager ist Literaturwissenschaftler und leitet seit 2016 das Hessische Literaturforum im Mousonturm e.V.

 

Bild: © Stefan Klüter

Von Auschwitz erzählen – Die Ära der Nachgeborenen

Mit Christoph Heubner und Werner Hanak

16.08.2020 11:00 Uhr, Haus am Dom

Bald werden auch die letzten Überlebenden der Schoa ihre Geschichte nicht mehr selbst erzählen können. Das Ende der Zeitzeug*innen-Ära kommt unausweichlich, und es stellt das Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus vor neue Herausforderungen: Wie kann in Zukunft vermieden werden, dass der Holocaust zu einem angestaubten Kapitel im Geschichtsbuch wird? Kann und darf sich die jüngere Generation die Geschichten aus dieser Zeit zu eigen machen und neu erzählen? Was bedeutet es für die Arbeit in Museen und Gedenkstätten, wenn die Stimmen der Zeitzeug*innen nicht mehr aus der Gegenwart, sondern aus dem Archiv kommen?

Der Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des internationalen Auschwitz-Komitees Christoph Heubner hat sich diesen Herausforderungen gestellt und in Ich sehe Hunde, die an der Leine reißen drei Geschichten erzählt, die auf seinen zahllosen Gesprächen mit Überlebenden beruhen. Gemeinsam mit Werner Hanak, dem stellvertretenden Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt, spricht er bei uns über die Möglichkeiten, das Gedenken an die Schoa auch in einer Ära der Nachgeborenen lebendig zu halten.

 

Moderation: Christian Dinger

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

#zweiterfrühling

 

Eintritt: 8,–/5,– / Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Christoph Heubner, geboren 1949 ist Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees.

Dr. Werner Hanak leitet und koordiniert als stellvertretender Direktor die Teamarbeit in den Bereichen Ausstellungen, Sammlung, Bildung und Vermittlung sowie Kommunikation.
Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Von 2011 bis 2018 war er Chefkurator am Jüdischen Museum Wien und kuratierte dort neben zahlreichen Wechselausstellungen auch die 2013 eröffnete Dauerausstellung.

Christian Dinger ist Literaturwissenschaftler und absolvierte ein Volontariat im Literarischen Zentrum Göttingen. Seit 2020 ist er für das Hessische Literaturforum im Mousonturm e.V. tätig.

 

Bild Chritoph Heubner: © Bernd Oertwig

Bild Werner Hanak: © Peter Rigaud

Nell Zink

Das Hohe Lied

16.08.2020 13:00 Uhr, Haus am Dom

9/11 ist der Dreh- und Angelpunkt in Nell Zinks neuem Roman Das Hohe Lied. Er teilt das Leben seiner Protagonisten in ein Vorher und Nachher. In den späten 80ern gründen Pam, Daniel und Joe eine Punkband, die so erfolglos ist, dass plötzliche Veränderungen wie ein Glücksfall anmuten: Pam und Daniel bekommen ein Baby, Flora, und Joe erlebt mit Hilfe der beiden den Durchbruch als Solokünstler. Der Terrorangriff jedoch verändert alles: Eine der drei Hauptfiguren wird ihr Leben verlieren, und nach und nach wird Flora die neue Protagonistin des Romans. Durch ihre Augen erleben wir die tektonischen Verschiebungen der Weltpolitik, vom drohenden Klimawandel bis hin zur Wahl Donald Trumps.

Das Hohe Lied vereint all das, was Nell Zink in ihrer amerikanischen Heimat und jetzt auch in Deutschland zu einer der meistgepriesenen Autorinnen der Gegenwart gemacht hat: In Punk-Manier und mit überbordender Phantasie wirft sie Romankonventionen über Bord, ohne das aus den Augen zu verlieren, was man vielleicht ihr Lebensthema bezeichnen könnte: die Frage danach, in welchem Verhältnis Familie, das Private und das Politische zueinanderstehen.

Moderation: Jan Wilm

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

 

Eintritt: 8,–/5,– / Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Nell Zink, 1964 in Kalifornien geboren, wuchs im ländlichen Virginia auf. Sie studierte am College of William and Mary Philosophie und wurde, später im Leben, in Medienwissenschaft an der Universität Tübingen promoviert. Mit ihrem 2019 erschienenen Roman ‚Virginia‘ war sie für den National Book Award nominiert. Sie lebt in Bad Belzig, südlich von Berlin.

Jan Wilm ist Übersetzer, Literaturkritiker und Autor. 2019 erschien sein Debütroman Winterjahrbuch. Er übersetzt u.a. Maggie Nelson aus dem Amerikanischen.

 

Bild: © Francesca Torricelli

Philipp Winkler

Carnival

16.08.2020 15:00 Uhr, Haus am Dom

Sie heißen Edbob und Goldie, Habibi Frank und Darlien, Bayou Bill und Cevenna. Ihre Heimat ist der Midway, der Prachtboulevard eines jeden Jahrmarktes. Sie sind Erstmaier und Holmirmas, Messerwerfer und Artisten, sie wickeln Zuckerwatte um Holzstäbchen oder zwirbeln den Gästen das Geld aus der Hose. Carnival ist ihre Geschichte.

Wer hier erzählt? Es ist das Wir, der Trauerchor der Kirmser. Sie wandern von Stadt zu Stadt und bauen ihre Zelte und Schießbuden auf. Sie passen sich der Zeit an und ersetzen die Freaks mit Tieren, die Holzkarussells mit Hydraulik. Ihren eigenen Untergang jedoch können auch sie nicht verhindern. Der Rummel mag ihr Leben sein, hier wird geheiratet und gestorben, hier kommen die Kinder zur Welt, die irgendwann das Geschäft übernehmen sollen. Aber die Gesellschaft hat leider andere Pläne.

Vier Jahre nach seinem gefeierten Debüt Hool legt Philipp Winkler nach. Auf den Realismus von damals folgt mit Carnival ein Märchen, statt ins Stadion führt er uns nun auf den Jahrmarkt. Eins aber beweist Winkler einmal mehr: seine immense Empathie für diejenigen, die sich ganz am Rande der Gesellschaft bewegen.

 

Moderation: Christoph Schröder

In Kooperation mit dem Haus am Dom und mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

 

Eintritt: 8,–/5,– / Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo und in Japan. Für seinen Debütroman »HOOL« erhielt er den ZDF aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war zum Festival Neue Literatur in New York eingeladen. Der Roman war ein Spiegel Bestseller, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert.

Christoph Schröder ist freier Autor, Dozent und Literaturkritiker in Frankfurt am Main und schreibt u.a. für die ZEIT, SZ und den Tagesspiegel. Als Juror war er u.a. für die Vergabe des Deutschen Buchpreises 2016 sowie seit 2009 für die Vergabe des Robert-Gernhardt-Preises mitverantwortlich.

 

Bild: © Kat Kaufmann

Die Dissonanz des Wissens: Verschwörungstheorien im Superspreading

Mit Christian Alt und Christian Schiffer

16.08.2020 17:00 Uhr, Haus am Dom

Das Corona-Virus geht um die Welt – und mit ihm Erklärungsmythen aller Art. Rund um Covid-19 verbreiten sich Fake News und Verschwörungserzählungen ähnlich rasant wie das Virus selbst: Mal soll 5G schuld sein, mal Bill Gates, dann wiederum heißt es, Corona sei nur eine Täuschung, um alle Menschen zwangszuimpfen oder gar zu sterilisieren und die Bevölkerung zu dezimieren. Die Leerstellen, die das Wissen über die Pandemie und das Virus aufgeben, werden rasant mit den abenteuerlichsten Erklärungsversuchen gefüllt und von Populisten instrumentalisiert. In dieser Kakophonie der Theorien lösen sich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft und stellen mit ihren radikalen Positionen die Demokratie als Ganzes in Frage. Aber warum sind Verschwörungstheorien eigentlich so attraktiv? Welche psychologischen Mechanismen werden hier wirkmächtig? Und was ist dem entgegenzusetzen?

Zum Abschluss von stromern nehmen Christian Alt und Christian Schiffer diese Fragen in den Fokus. Für ihr Buch Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien haben sie sich auf die Reise durch ein paranoides Land gemacht und Verschwörungstheoretiker, Aussteiger und Opfer getroffen.

 

Moderation: Silke Hartmann

Eine Veranstaltung von text&beat

Eintritt: 8,–/5,–  Soliticket: 12,–

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets.

Zu Hinweisen bezüglich unseres Hygienekonzepts bitte hier weiterlesen.

 

Christian Alt, Jahrgang 1988, studierte Germanistik und Philosophie an der Johannes Gutenberg–Universität Mainz. Seit 2010 schreibt er für verschiedene Medien über Pop–und Netzkultur. Inzwischen arbeitet er beim Bayerischen Rundfunk vor allem für das Szenemagazin „Zündfunk“. Er ist Kolumnist für PULS und Feature–Autor für verschiedene ARD–Anstalten. Für den BR entwickelt er ebenfalls Podcasts, unter anderem den Storytelling–Podcast „Einfach machen“, den er auch moderiert. Seine Arbeit wurde mit dem Robert Geisendörfer Preis und Bildungspreis der Telekom Stiftung ausgezeichnet.

Christian Schiffer, Jahrgang 1979, Politologe, kam 2008 zum Szenemagazin „Zündfunk“ des Bayerischen Rundfunks und arbeitet dort als Redakteur und Kolumnist. Darüber hinaus arbeitet er als Autor für verschiedene ARD–Anstalten und moderiert die Sendung „Netzfilter“ auf PULS. Für sein Hörfunkfeature „Im Schutz der Dunkelheit – Eine Expedition ins Darknet“ wurde er 2015 mit dem Prix Marulić ausgezeichnet. 2016 arbeitete Schiffer für das ZDF die Deutsche „Killerspiel“–Debatte in Form von mehreren Fernseh–Dokumentationen auf. Diese wurden 2017 für den Grimme–Preis nominiert.

Silke Hartmann ist Kulturmanagerin in Frankfurt am Main und ist neben ihrer Tätigkeit Teil des Kollektivs text&beat, das Literatur, Gesellschaftsdiskurse und Popliteratur zusammenbringt.

 

Bild Christian Schiffer: © Monika Hippold

Bild Christian Alt: © Peter Andreas Hassiepen

Sep 2020

Wortumdrehung – U20 Poetry Slam Workshop

mit Dirk Hülstrunk

26.09.2020 - 27.09.2020 10:00 - 16:00 Uhr, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Ihr habt Lust am Spiel mit der Sprache? Ihr wollt eigene Texte, Gedichte, Geschichten, Rap-Texte schreiben, reimen oder lieber freestylen? Ihr würdet gerne mal auf einer Bühne stehen, ein Mikrofon in der Hand? Dann seid ihr richtig beim Poetry Slam Workshop „Wortumdrehung“. Hier könnt ihr Ideen entwickeln, lernen, spannungsreiche und originelle Texte zu schreiben und ihre Umsetzung unter realen Bühnenbedingungen proben. Unsere Themen sind: Poetry Slam Hintergründe & Regeln, Texte für den Vortrag schreiben, Stimme & Performance, Mikrofonsprechen.

Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger wie an Fortgeschrittene, die ein kritisches Feedback zu ihren Texten brauchen oder ihren Vortragsstil verbessern möchten. Teilnehmen können Jugendliche von 14 bis 20 Jahren. Ältere Interessenten können in Einzelfällen teilnehmen, wenn noch Platz ist.

Anmeldungen unter: u20slam@kulturnetz-frankfurt.de

Teilnahmegebühr: 25,-
Kontoinhaber: Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
IBAN: DE05 5005 0201 0200 4946 86
Frankfurter Sparkasse
Referenz: Seminar Poetry Slam

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Dirk Hülstrunk, geboren 1964 in Frankfurt a.M., ist freier Autor, Soundpoet, Audiokünstler und Kulturaktivist. Er ist Poetry Slam-Pionier und Veranstalter des ältesten Poetry Slam in Hessen an der FH Frankfurt seit 1998. Seine Erfahrungen und Arbeitsweisen vermittelt er seit 2001 regelmäßig in Workshops und Vorlesungen.