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PROGRAMM

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Jul 2021

Juan Gabriel Vásquez

Lieder für die Feuersbrunst

02.07.2021 19:30 Uhr, Instituto Cervantes

***Bitte beachten Sie den Ort: Die Veranstaltung findet statt im Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, Frankfurt.***

Wie scheinbar belanglose Vorfälle ein Leben von Grund auf verändern können – davon handeln die neuen Erzählungen von Juan Gabriel Vásquez. Da ist der junge Mann, den das Los vor dem Militärdienst verschont, während es seinen besten Freund in den Tod schickt. Oder die Fotografin, die bei einem Treffen von Großgrundbesitzern mehr versteht, als ihr lieb ist. In einigen Geschichten ist es die Politik, die Menschen aus der Bahn wirft: Eine selbstbewusste Frau versucht sich gegen die erzkonservativen Kräfte durchzusetzen, doch gehen ihre Hoffnungen in Flammen auf. Manchmal betritt Juan Gabriel Vásquez selbst die Bühne und versucht etwa herauszufinden, was zwischen den Mitgliedern der mexikanischen Band vorgefallen ist, die er auf ihrer Tournee begleitet. Ein andermal wirkt er als Statist beim Dreh eines Films von Roman Polanski mit und sieht sich mit den schmerzlichen Brüchen im Leben des berühmten Regisseurs konfrontiert. In seinem Erzählungsband Lieder für die Feuersbrunst wirft der gefeierte kolumbianische Autor auf ganz neue Weise Fragen danach auf, was uns prägt und warum. Der eindringliche Sound seiner Sprache übt dabei einen unwiderstehlichen Sog aus.

Moderation (span./dt.): Corinna Santa Cruz
Lesung der dt. Texte: Stéphane Bittoun

Ort: Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, 60323 Frankfurt

Eintritt: 8,- /5,- (Solidarticket: 12,-)

Karten müssen im Vorverkauf erworben werden, es wird keine Abendkasse geben.

Eine Kooperation des Instituto Cervantes, des Hessischen Literaturforums im Mousonturm e.V. und Litprom e.V. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Förderungsprogramms NEUSTART KULTUR Bereich Programm beim Bundesverband Soziokultur.

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für den Infektionsschutz bei Präsenzveranstaltungen!

 

Juan Gabriel Vásquez, geboren 1973, studierte lateinamerikanische Literatur an der Sorbonne. Bereits mit seinem Debütroman Die Informanten (2010) machte er international Furore. Für seinen Roman Das Geräusch der Dinge beim Fallen (2014) wurde er mit dem Alfaguara-Literaturpreis sowie dem IMPAC Award ausgezeichnet. Die Gestalt der Ruinen (2018) gelangte auf die Shortlist des Man Booker-Preises. Seine Werke wurden bisher in 16 Sprachen übersetzt. Juan Gabriel Vásquez lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Bogotá.

Foto © Nina Subin

Fulminante Verse – Die besten Lyrikdebüts

Vorgestellt von Beate Tröger und Tristan Marquardt. Mit Ines Berwing und Barbara Juch.

07.07.2021 19:30 Uhr, Haus am Dom

***Bitte beachten Sie den Ort: Die Veranstaltung findet statt im Giebelsaal vom Haus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt.***

Debüts haben es nicht leicht auf dem Literaturmarkt. Mitreißend müssen sie sein, radikal sowieso, am besten schonungslos, in jedem Fall fulminant, wenn nicht gar furios. Und wenn es dann auch noch um Lyrikdebüts geht, oje, da helfen selbst diese werbewirksamen Worthülsen wenig bei der Suche nach Aufmerksamkeit, die sich meist um Prosa statt um Poesie, um Altbekanntes statt um Neuzuentdeckendes dreht. Bei uns bekommen Lyrikdebüts nun aber Raum, ganz ohne marktschreierische Plattitüden: Die Literaturkritikerin Beate Tröger und der Lyriker und Literaturvermittler Tristan Marquardt wählen aus den Neuerscheinungen des Lyrikmarkts jeweils vier Erstlingswerke aus, die sie im Gespräch miteinander vorstellen. Mit Ines Berwing und Barbara Juch sitzen zwei der Debütantinnen als Gäste mit auf dem Podium und lesen aus ihren Gedichten.

 

Ort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Eintritt: 8,- /5,- (Solidarticket: 12,-)

Karten müssen im Vorverkauf erworben werden, es wird keine Abendkasse geben.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt Frankfurt am Main.

Bitte beachten Sie: unsere Hinweise für den Infektionsschutz bei Präsenzveranstaltungen!

 

Ines Berwing wurde 1984 in Bad Nauheim geboren. Sie studierte deutsche und englische Literaturwissenschaften, danach Drehbuch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Ihre Kurzfilme liefen auf zahlreichen internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet. muster des stillen verkabelns ist ihr Lyrikdebüt.

Barbara Juch, geb. 1988 in Klagenfurt, lebt in Wien. Sie studierte Englische Literatur in Wien und New York, sowie Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet Juch als Künstlerin und Theatermacherin in abwechselnden kollaborativen Formationen. 2017 wurden sie gemeinsam mit Laura Nitsch für den Essayfilm Elemente einer Landschaft mit dem Cathrin Pichler Preis ausgezeichnet. Juch singt im Chor Mala Sirena und fährt in der Rennradgruppe Skinny Devils.

Beate Tröger ist Literaturkritikerin, u.a. für den SWR, DLF, FAZ, sowie Redakteurin des Kulturteils der Frankfurter Hefte. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt.

Tristan Marquardt ist Lyriker und Literaturvermittler. Zuletzt erschien 2018 scrollen in tiefsee (kookbooks). Er veranstaltet seit vielen Jahren unabhängige Lesereihen und ist Mitinitiator von ULF, dem Festival unabhängiger Lesereihen. 2019 konzipierte er gemeinsam mit Monika Rinck Fokus Lyrik.

 

Foto Ines Berwing: © Dirk Skiba

Foto Barbara Juch: © Anna Spanlang

 

Jakob Nolte

Kurzes Buch über Tobias

08.07.2021 19:30 Uhr, Evangelische Akademie Frankfurt

***Bitte beachten Sie den Ort: Die Veranstaltung findet statt im Panoramasaal der Evangelischen Akademie Frankfurt, Römerberg 9, Frankfurt.***

Chronologisch gebrochen erzählt Jakob Noltes Kurzes Buch über Tobias in knapp 50 Szenen von Tobias Beckers Leben, von der Leidenschaft für Tischtennis, Filme und Literatur, von einer Belgrad-Reise, auf der er seinen Partner (ebenfalls Tobias) kennenlernt, von Kindheitserinnerungen – und schließlich von einem Erweckungserlebnis, das in ihm die Überzeugung reifen lässt, ein neuer Messias zu sein. Tobias wird in diesem Buch einen Flugzeugabsturz überleben, eine Freundin in einen Hasen verwandeln, drei Tage nach seinem Tod wiederauferstehen und in den Himmel fahren (in einem Hubschrauber). Kurzes Buch über Tobias ist ein Browser mit 48 geöffneten Tabs: Gedichte & Mangazitate, Albträume und Listen sowie die Geschichten von Aufstieg und Fall der Hauptfigur stehen gleichwertig nebeneinander und bilden das Mosaik eines so absurden wie hochkomischen Lebens, das in seiner existenziellen Verlorenheit genauso gefangen ist wie in den Fallstricken der modernen Medialisierung. Diese Mischung hört sich wild an? Sie ist es auch. Dass der Roman gleichzeitig einer der witzigsten und unterhaltsamsten des Frühjahrs ist, unterstreicht einmal mehr: Jakob Nolte gehört zu den aufregendsten Autor*innen seiner Generation.

Moderation: Björn Jager

Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt
Eintritt: 8,-/5,- (Solidarticket: 12,-)

Karten müssen im Vorverkauf erworben werden, es wird keine Abendkasse geben.

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für den Infektionsschutz bei Präsenzveranstaltungen!

 

Jakob Nolte, geboren 1988, wuchs in Barsinghausen am Deister auf. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen Europas gespielt. Sein Debütroman ALFF wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet. Sein Roman Schreckliche Gewalten war 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Er ist Co-Kurator der Webseite tegelmedia.net und lebt in Berlin.

 

Foto: © Rachel Israela/Suhrkamp Verlag

 

Eva Demski

Scheintod

18.07.2021 12:00 Uhr, Evangelische Akademie Frankfurt

***Abschlussveranstaltung von Frankfurt liest ein Buch 2021***

Nach 14 Tagen Festival wird „Frankfurt liest ein Buch“ an diesem Sonntagmittag beschlossen. Vielleicht wichtiger als jene zwei Wochen sind aber zwölf ganz andere Tage: Genau diesen Zeitraum umfasst nämlich Eva Demskis Roman Scheintod, der im Mittelpunkt des Lesefestes steht. Diesen zwölf Tagen wird das Gespräch gewidmet sein, in dem wir auf „die Frau“ blicken, die Hauptfigur des Buches. Am Anfang des Romans wartet der Tod: Der Ehemann, von dem die Frau seit Jahren getrennt lebt, ist plötzlich gestorben. Unklar sind die Umstände, denn der Mann hatte als Anwalt Kontakt zur RAF, zu Junkies, zu Strichern. Sogar die Frau selbst gerät zwischendurch ins Visier der Polizei. Also begibt sie sich trotz oder gerade wegen ihrer Trauer selbst auf Spurensuche. Nicht um die Aufklärung eines Falles geht es ihr jedoch, sondern darum, diesen Mann, der ihr einst so nahe war, noch einmal kennenzulernen. 1984 erschien Scheintod zum ersten Mal. Ob man den Roman als zeithistorisches Dokument einer aufgeheizten Ära liest, als berührende Liebesgeschichte oder als Studie einer trauernden Frau: Er hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht einen Hauch seiner Wucht verloren.

Moderation: Björn Jager

Lesung ausgewählter Passagen: Christoph Pütthoff

Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9

Eintritt: 10,- / 5,- (Solidarticket: 12,-)

Zutritt nur mit im Vorverkauf erworbenen Tickets. Bitte beachten Sie unsere Hinweise für den Infektionsschutz bei Präsenzveranstaltungen!

Eine Kooperation mit Frankfurt liest ein Buch e.V.

 

Eva Demski wurde in Regensburg geboren und lebt seit vielen Jahren in Frankfurt am Main. 1979 debütierte sie mit Goldkind und veröffentlichte seitdem zahlreiche Romane, Essaybände und Übersetzungen. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet.

Foto: © Wolfgang Schopf/Suhrkamp Verlag