Édouard Louis

Édouard Louis

Im Herzen der Gewalt

20.09.2017, 21:00 Uhr

Studio 1 im Mousonturm


Auf dem Rückweg von einer Weihnachtsfeier wird Édouard Louis vor seiner Wohnung von Reda angesprochen. Er fühlt sich zu dem jungen Mann hingezogen und verbringt die Nacht mit ihm. Was ein harmloser Flirt hätte sein können, mündet jedoch in einen Albtraum: Édouard wird von Reda überfallen und vergewaltigt.

Gleich mehrfach gebrochen erzählt Édouard Louis in seinem zweiten, autobiographischen Roman von der Gewalt, die in dieser Nacht über ihn hereinbricht. Er rekapituliert Gespräche mit Ärzten und der Polizei, mit seinen Freunden, seiner Schwester, kommentiert deren Reaktionen, um das Geschehene selbst einordnen zu können. Wie schon in seinem Weltbestseller Das Ende von Eddy geht er dabei weit über die bloße Wiedergabe des persönlich Erlebten hinaus. Anhand der eigenen Biographie schildert er vielmehr die sichtbare und unsichtbare Gewalt in der von tiefen Gräben durchzogenen französischen Gesellschaft.

Moderation, Übersetzung und Lesung der dt. Texte: Hinrich Schmidt-Henkel

In Kooperation mit dem S. Fischer Verlag und mit freundlicher Unterstützung des Institut Français Frankfurt.

Eintritt: 10,-/5,- (Vorverkauf läuft über den Mousonturm)

© Jerome Bonnet / modds

Édouard Louis wurde 1992 im französischen Hallencourt geboren. Sein erster autobiographischer Roman Das Ende von Eddy thematisiert seine Jugend als Homosexueller in der rechtskonservativen Provinz und wurde ein Bestseller. Gemeinsam mit Didier Eribon gehört er zu den meistgefragten Kommentatoren der französischen Politik.