Jan Böttcher

Jan Böttcher

Das Kaff

18.04.2018, 20:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.


Rückkehr nach „Shitty Littleton“ lautet die Ansage. Gestern noch sozialer Aufsteiger in Berlin, heute der verlorene Sohn der norddeutschen Provinz: Michael Schürtz, ein Architekt mit Schreinerhintergrund, muss ein Bauvorhaben in seinem Heimatort leiten. Der Schwur, ihn nie wieder zu betreten, ist damit passé. Die „linksliberalen Lutscher“ der Hauptstadt sind nichts gegen ortsverbundene Investoren („Soziale Kompetenz? Zero, null.“), Alteingesessene, vor allem aber: die Familie. Weder Schürtz noch das Kaff sind dabei das, was sie mal waren. Allein der Fußballverein! Hat keinen „Spielzerstörer“ mehr, sondern „diese zwanghaft integrative und doch völlig haltungslose Nivea-Nutella-Nationalmannschaft“ zum Vorbild. Wer solche Töne spuckt, kann das Angebot, die Jugend zu trainieren, kaum ausschlagen. Den Fuß bekommt er allerdings nicht mehr so schnell aus der Tür.

In seinem neuen Roman erzählt Jan Böttcher von der holprigen Reintegration eines abtrünnigen Landeis. Einfach ist das nicht. Die größte Hürde heißt kultureller Dünkel. Und dann ist da noch die „Wut, die schon immer das Kaff beherrschte“.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

Jan Böttcher, geboren 1973 in Lüneburg, studierte Germanistik und Skandinavistik, war Texter, Sänger und Gitarrist der Band ‚Herr Nilsson‘, lebt, schreibt und arbeitet mittlerweile in Berlin. Das Kaff ist sein fünfter Roman. Neben zahlreichen Literatur-Stipendien erhielt er unter anderem den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007. Und er kickt für die ‚Autonama‘, die deusche Autorennationalmannschaft.

© Timm Koelln