Der Schriftsteller und Übersetzer Joachim Sartorius erhält den mit 10.000 Euro dotierten Bettina-Brentano-Preis für Gegenwartslyrik. Ausgezeichnet wird er für seinen 2026 erschienenen Gedichtband Die besseren Nächte sowie sein bisheriges Gesamtwerk.
In der Jurybegründung heißt es u.a.: Joachim Sartorius’ Lebensthemen – die Liebe, der Tod, das Reisen und die Erinnerung – sind in Die besseren Nächte zu einem Spätwerk zusammengewachsen, das zutiefst humanistisch ist: eine Lyrik, die dem Menschen in seiner Zerbrechlichkeit sowie seiner Würde zugleich gilt; eine Lyrik, die den Vers als das einzige Instrument begreift, das der Zeit standhält. Mit Die besseren Nächte hat Joachim Sartorius ein weises, kluges und melancholisch-ermutigendes Buch geschaffen – und die Jury des Bettina-Brentano-Preises für Gegenwartslyrik ehrt es als einen Band, der in vollem Sinne einer eigenen Formel des Dichters gerecht wird: „Am besten sind die Nächte, / in denen ein Gedicht gelingt.“
Am 22. November 2026 wird der Preis im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Künstlerhaus Mousonturm verliehen.
Über den Preisträger:
Joachim Sartorius wurde 1946 in Fürth geboren und lebt in Berlin und Syrakus. Er studierte Rechtswissenschaften in München, London, Straßburg und Paris und war von 1974 bis 1986 im diplomatischen Dienst tätig. Anschließend leitete er das Berliner Künstlerprogramm des DAAD und war Intendant der Berliner Festspiele. Mit Sage ich zu wem erschien 1988 sein erster Lyrikband. Es folgten zahlreiche weitere Gedichtbände, Künstlerbücher (u.a. Vakat mit Nan Goldin und The Golden Tower mit James Lee Byars) sowie Anthologien, zuletzt die Bände Wohin mit den Augen (2021) sowie Die besseren Nächte (2026). Außerdem übersetzt Joachim Sartorius aus dem Englischen und dem Französischen, darunter John Ashbery, Malcolm Lowry und Williams Carlos Williams. 2011 wurde er vom französischen Kulturministerium zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt.