»Ein Streichholz genügt, und das ganze Land geht in Flammen auf, sagt einer der Jungen.«
Jay ist 16, als sein Großvater stirbt und der Familie eine Farm vererbt. Da Jays Vater gerade seine Professorenstelle verloren hat, macht sich die Familie auf den Weg von Kuala Lumpur in den malaysischen Süden. Doch das Anwesen hat seinen einstigen Glanz verloren: Felder und Bäume sind durch die anhaltenden Dürren nahezu zerstört. Während der zunehmende finanzielle Druck lange gärende Zerwürfnisse in der Familie sichtbar macht, lernt Jay Chuan kennen, einen Hilfsarbeiter auf der Farm, zu dem er sich trotz aller Unterschiede sofort hingezogen fühlt.
In seinem neuen, 2025 für den Booker Prize nominierten Roman Der Süden verknüpft Tash Aw virtuos die großen Themen der Literatur: In so glasklarer wie poetischer Sprache (aus dem Englischen übersetzt von pociao und Roberto de Hollando) erzählt er vom Verfall einer Familie, von der ersten Liebe und von Begehren. Er erzählt vom Wunsch, ein anderes Leben zu führen als jenes, in dem man gefangen ist, von der sprengenden Kraft von Klasse, Sprache und Herkunft.
Moderation: Björn Jager
Lesung der dt. Texte: Helgi Schmid
Tash Aw wurde als Kind malaysischer Eltern 1971 in Taiwan geboren und wuchs in Kuala Lumpur auf. Er studierte Jura in Großbritannien, veröffentlichte mehrere Romane und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Commonwealth Writers’ Prize und dem Whitbread First Novel Award, und dreimal für den Booker Prize nominiert. Sein Werk ist in 23 Sprachen übersetzt. Tash Aw lebt vorwiegend in der Provence und kommentiert u. a. für die New York Times und die BBC Kultur und Politik im südostasiatischen Raum.