PROGRAMM

PROGRAMM

LMAI & JUN

Mai 2016

Aljoscha Brell

Kress

03.05.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Man geht nicht in die Uni. So reden nur die Kretins, mit denen er notgedrungen zusammen in den Seminaren sitzt. Nein, Kress geht in die Universität. Wenn er nicht in der Bibliothek liest, schreibt er auf seiner Schreibmaschine Hausarbeiten über Goethe. Die anderen Studenten, die draußen den Berliner Frühsommer genießen, können ihm gestohlen bleiben. Schließlich hat er seinen Freund Gieshübler, einen Tauberich, der ihn in seiner heruntergekommenen Neuköllner Einzimmerwohnung besucht. Kress träumt davon, ein renommierter Goetheforscher zu werden und auf seinen zukünftigen Vortragsreisen nachts im Hotel Tomatensauce ohne Nudeln bestellen zu können. Doch dann begegnet er Madeleine und Mona. Was als spätpubertäre Liebesgeschichte beginnt, gerät allmählich außer Kontrolle.
In seinem Debütroman Kress zeichnet Aljoscha Brell mit feinem Humor das Psychogramm eines Einzelgängers, den man aufgrund seiner Schrulligkeit schnell ins Herz schließt. Je weiter man sich in dieses Schicksal aber verstricken lässt, desto größer wird das Unbehagen. Kress ist kein Sonderling. In seiner latenten Wut und seinen verzweifelten Versuchen, dem eigenen Leben Bedeutung zu verleihen, verdichten sich vielmehr die Ängste und Wünsche eines Milieus, das in Großstädten wie Berlin sein Glück sucht.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Moderation: Malte Kleinjung

Aljoscha Brell, Jahrgang 1980, wechselte vom Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Literatur in ein Berliner IT-Unternehmen. Parallel zu seiner dortigen Arbeit schrieb er sein Debüt, für das er 2009 das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste erhielt.

Wortumdrehung - U20 Poetry Slam Workshop

Mit Dirk Hülstrunk

07.05.2016 - 08.05.2016, 10:00 - 16:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Ihr habt Lust am Spiel mit der Sprache? Ihr wollt eigene Texte, Gedichte, Geschichten, Rap-Texte schreiben, reimen oder lieber freestylen? Ihr würdet gerne mal auf einer Bühne stehen, ein Mikrofon in der Hand? Dann seid ihr richtig beim Poetry Slam Workshop „Wortumdrehung“. Hier könnt ihr Ideen entwickeln, lernen, spannungsreiche und originelle Texte zu schreiben und ihre Umsetzung unter realen Bühnenbedingungen proben. Unsere Themen sind: Poetry Slam Hintergründe & Regeln, Texte für den Vortrag schreiben, Stimme & Performance, Mikrofonsprechen.

Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger wie an Fortgeschrittene, die ein kritisches Feedback zu ihren Texten brauchen oder ihren Vortragsstil verbessern möchten. Teilnehmen können Jugendliche vom 15-20. Ältere Interessenten können in Einzelfällen teilnehmen, wenn noch Platz ist.

Anmeldungen unter: u20slam@kulturnetz-frankfurt.de

Teilnahmegebühr: 25,-

Dirk Hülstrunk, geboren 1964 in Frankfurt a.M., ist freier Autor, Soundpoet, Audiokünstler und Kulturaktivist. Seine Erfahrungen und Arbeitsweisen vermittelt er seit 2001 regelmäßig in Workshops und Vorlesungen.

Ana Blandiana und Romulus Rusan

Die vier Jahreszeiten

12.05.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Ana Blandiana ist einer der beliebtesten Autorinnen Rumäniens, nicht zuletzt, weil sie sich schon früh für Bürgerrechte einsetzte und in ihren Texten scharfe Kritik am Regime Ceaușescus übte. Trotz mehrjähriger Publikationsverbote veröffentlichte sie mehr als 20 Gedichtbände sowie zahlreiche Erzählungen und Romane. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks gründete sie mit ihrem Mann Romulus Rusan die Gedenkstätte zur Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit Sighet, um die Verbrechen des Regimes wissenschaftlich zu erfassen und in Erinnerung zu halten.

Ana Blandiana liest aus ihrem jüngsten, 2015 erschienenen Erzählungsband Die vier Jahreszeiten und stellt ihre neusten Gedichte vor. Die Lesung wird ergänzt durch einen Film und ein Gespräch mit Romulus Rusan über die Arbeit der Gedenkstätte Sighet.

Moderation und Lesung der deutschen Texte: Katharina Kilzer

Mit freundlicher Unterstützung von CROM Rhein-Main.

Ort: Literaturforum im Mousonturm

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Ana Blandiana, geboren 1942 unter dem bürgerlichen Namen Otilia Valeria Coman, veröffentlichte das erste ihrer zahlreichen Bücher 1964. Aufgrund der Kritik am sozialistischen Regime, die sie in ihren Texten übte, wurde über sie zeitweise ein Publikationsverbot verhängt. Ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

SCHIMPF & SCHANDE

Mit Ricarda Junge

20.05.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

„Das muss man doch gelesen haben!“ – Ertappt? Kleinlaut kramt man im Allgemeinwissen nach den kläglichen Resten, die einst bei der Lektüre des Wikipedia-Artikels über diesen Klassiker der Literatur hängenblieben sind, um die öffentliche Schande vor dem gebildeten Gegenüber vielleicht doch noch irgendwie abwenden zu können…

Es wird Zeit, den Spieß umzudrehen. Bei „Schimpf & Schande“ schlägt die Stunde der Unbeleckten. In den Hauptrollen: Ein/e bekannte/r Autor/in, ein Moderierender, zwei Klassiker, die die beiden bis dato nur vom Hörensagen kannten. Dazu Fragen: Was hat das alles mit uns zu tun? Ist das jetzt eigentlich Kunst oder kann das weg? Denn wo steht denn geschrieben: einmal Kanon, immer Kanon?

Den Auftakt der Selbstdemütigung bestreiten Ricarda Junge und Björn Jager mit Heinrich Manns Professor Unrat und Thomas Manns Der Tod in Venedig. Bevor die beiden die Lektüre nachholen, müssen sie Statements formulieren: Um was geht’s ihrer Meinung nach? Was erwarten sie vom Text? Dabei gilt: kein Pranger ohne Publikumsbeteiligung! Die Zuschauer sind herzlich eingeladen, mit zu lesen und zu schimpfen.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Ricarda Junge, geboren 1979, hat das Deutsche Literaturinstitut Leipzig absolviert. Für ihre Romane ist sie mehrfach ausgezeichnet worden. Ihre jüngste Veröffentlichung sind Die letzten warmen Tage.

Schreibseminar

"Autobiographisches Schreiben" mit Ricarda Junge

21.05.2016 - 22.05.2016, 10:00 - 16:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Die wahre Geschichte: Das eigene Leben erzählen

Kindheitserinnerungen, die immer wieder in einem aufsteigen. Die Wendepunkte im Leben, die einen zu dem Menschen gemacht haben, der man heute ist. Begegnungen und Erfahrungen, die man niemals vergessen hat. Das eigene Leben schreibend verstehen und anderen erzählen – ob Einsteiger oder schon schreiberfahren: Dieses Seminar richtet sich an alle, die das autobiographische Schreiben entdecken und sich darin erproben möchten. In kleinen theoretischen und vielen praktischen Einheiten wollen wir Erinnerungen aktivieren, Blockaden lösen, nach einem Teil fürs Ganze suchen und in kleinen Skizzen die Grundlagen für die Geschichte Ihres Lebens schaffen.

Anmeldung mit einer einer zwei- bis dreiseitigen Textprobe unter: bjoern.jager@hlfm.de

Teilnahmegebühr: 100,-/50,-

 

Katharina Hartwell

Der Dieb in der Nacht

24.05.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Felix und Paul sind beste Freunde, als Felix im Sommer nach dem Abitur spurlos verschwindet. Zehn Jahre später trifft Paul in Prag den Künstler Ira Blixen, der einst aus der Moldau gerettet wurde und keine Erinnerung an seine Vergangenheit hat. Je näher Blixen und Paul sich kommen, desto überzeugter ist Paul, dass es sich bei dem Mann um Felix handeln muss. Doch als beide sich in Berlin auf eine Spurensuche begeben, verschwimmt die Realität zunehmend, und Paul muss sichergeglaubte Tatsachen in Frage stellen: Kann dieser Mensch, den er bei sich aufgenommen hat und der mehr und mehr Kontrolle über Pauls Leben gewinnt, wirklich Felix sein?

Wie schon bei ihrem Erstling Das fremde Meer spielt Katharina Hartwell in ihrem neuen Roman souverän mit Genres und Erwartungen: Der Dieb in der Nacht ist ein verstörendes Buch, das sich bei Märchen ebenso wie bei Horrorgeschichten bedient, um Fragen über Trauer und Verlust, über (Selbst-)Täuschung und die Fragilität von Identitäten zu stellen.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Katharina Hartwell, 1984 geboren, studierte Anglistik und Amerikanistik sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Debütroman Das Fremde Meer wurde mit dem Hallertauer Debütpreis und dem Förderpreis für phantastische Literatur Seraph ausgezeichnet.

Szczepan Twardoch

Drach

31.05.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Wie klingt sie, die Stimme der Erde? Kühl, satirisch, zuweilen ernst, immer aber auch nüchtern ist sie, diese Stimme, die Szczepan Twardoch in seinem neuen, Generationen überspannenden Roman heraufbeschwört, der in die Geschichte des letzten Jahrhunderts eindringt. Die Erde weiß alles über ihre Bewohner und das Kommen und Werden und Gehen. Über Josef Magnor beispielsweise, der im Jahre 1906 eine skurrile Schweineschlachtung im Hinterhof beobachtet, und dessen Leben, ebenso wie das seiner schlesischen Familie, geprägt ist von Kriegen und der Arbeit unter der Erde. Josefs Leben bestimmt aber auch die Liebe zur lustvollen, reifen Caroline, die ihn in ein Unglück treibt. Die Erde kennt aber auch Nikodem, Josefs Urenkel. Begehrter Architekt im neuen Polen, führt er ein hedonistisches Leben, das jedoch nicht seine krisenumwobenen Beziehungen aufwiegen kann. Doch was für eine Bedeutung hat das alles?

In Drach gewährt Twardoch dem Leser einen kaleidoskopischen Blick auf den Menschen, ein absonderliches Wesen, das von der Erde ausgespien wird, um dann im Potpourri der Geschichte, vor allem aber im dunklen Morast, das heißt: im Leib der Erzählerin, zu verschwinden.

Moderation: Olaf Kühl

Lesung der deutschen Übersetzung: Torben Kessler

Mit freundlicher Unterstützung durch das Polnische Institut Düsseldorf.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Szczepan Twardoch, geboren 1979, studierte Soziologie und Philosophie. Schon sein letzter Roman Morphin (2012) war in Polen ein preisgekrönter Bestseller. Mit Drach hat er diese Erfolgsgeschichte beim heimischen Publikum bereits fortgeschrieben.

© Magda Kryjak

Jun 2016

Tilman Rammstedt

Morgen mehr (im Rahmen des Festivals "literaTurm")

06.06.2016, 20:00

OpenTurm, Morgan, Lewis & Bockius LLP, Bockenheimer Landstraße 2-4, 29. Stock

Der Weg ist das Ziel. Kennt man, denkt man. Aber nicht so wie es Tilman Rammstedt mit seinem Romanprojekt Morgen mehr umsetzt. Für ihn heißt das: Jeden Werktag, von Januar bis April, ein Kapitel schreiben. Für die Leser: Jeden Morgen, egal wo, lesen oder hören – per WhatsApp-Nachricht, Email oder als Audiodatei. Wie’s weitergeht, wird auch von den Kommentaren beeinflusst, die man online abgeben kann. Das ist Literatur auf Höhe der digitalen Zeit. Und die Geschichte, die dabei erzählt wird? Der Erzähler muss erst einmal für seine eigene Geburt sorgen. Dass das ein wahnwitziges Abenteuer wird, ist garantiert.

Moderation: Björn Jager

8,-/6,- (VVK und AK). Der Vorverkauf läuft über „literaTurm“.

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main

Tilman Rammstedt, geboren 1975 in Bielefeld, hat Literaturwissenschaft und Philosophie studiert. Für seine literarischen Texte hat er mehrere Auszeichnungen erhalten. Morgen mehr wird sein fünftes Buch.

© Peter Andreas Hassiepen

Nordlichter - Schwedische Übersetzertage

Lars Trägårdh im Gespräch mit der Übersetzerin Susanne Dahmann

09.06.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Von Kommissar Wallander und Möbelhäusern einmal abgesehen, verbindet man mit Schweden in Deutschland vor allem eines: das Prinzip des Wohlfahrtsstaates. Nirgendwo sonst regelt der Staat so grundlegend soziale und geschlechtliche Gleichstellung, während er zugleich so viele Freiheiten in der Lebensgestaltung gewährt. In ihrem fundierten wie unterhaltsamen Sachbuch Ist der Schwede ein Mensch?, das in diesem Frühjahr auf deutsch erschienenen ist, zeigen die Historiker Henrik Berggren und Lars Trägårdh, dass die Fundamente dieses Modells bis ins frühe 19. Jahrhundert reichen. Es gründet sich, wie durch einen Vergleich mit Deutschland deutlich wird, auf dem scheinbaren Paradox eines „Staatsindividualismus“: Der starke staatliche Einfluss setzt größtmögliche individuelle Entfaltung voraus.

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe steht ‚Übersetzen’ in einem umfassenden Sinne zur Diskussion: Im Gespräch mit Susanne Dahmann, die das Sachbuch ins Deutsche übertragen hat, geht es nicht nur um das sprachliche Handwerk, sondern Lars Trägårdh wird dem deutschen Publikum auch erläutern, warum das schwedische Modell so gut funktioniert und inwiefern man hierzulande davon lernen könnte.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)
Dauerkarte: 18,-/12,-

Lars Trägårdh, geboren 1953, ist Professor für Geschichte an der Ersta Sköndal högskola Stockholm.

Susanne Dahmann hat Skandinavistik, Geschichte und Philosophie studiert. Seit 1993 arbeitet sie als freie Übersetzerin.

Nordlichter - Schwedische Übersetzertage

Kjell Westö im Gespräch mit der Übersetzerin Sigrid Engeler

10.06.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Kjell Westö gehört zur Minderheit der Finnlandschweden, die eine besondere Variante des Schwedischen sprechen. Das tastende Hin und Her des Übersetzens ist ihm in die Wiege gelegt worden. Er lebt und schreibt zwischen den Sprachen. In Helsinki geboren und wohnhaft, formuliert er seine journalistischen Arbeiten in Finnisch, literarische Texte aber verfasst er auf Schwedisch, seiner Muttersprache. Mit seinen preisgekrönten und international renommierten Romanen taucht Kjell Westö tief in die finnische Geschichte des 20. Jahrhunderts ein: vom Bürgerkrieg und den ‚Roaring Twenties’ (Wo wir einst gingen) über den Vorabend des Zweiten Weltkriegs (Trugbild) bis hin zu den gesellschaftlichen Umbrüchen der 60er und 70er Jahre (Geh nicht einsam in die Nacht). Zusammen mit der Übersetzerin Sigrid Engeler wird der auch des Deutschen mächtige Kjell Westö über die Herausforderungen und Erkenntnisgewinne diskutieren, die aus einer literarischen Gratwanderung zwischen mehreren Sprachen erwachsen.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)
Dauerkarte: 18,-/12,-
Kjell Westö, geboren 1961 in Helsinki, ist Autor preisgekrönter Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.

Sigrid Engeler ist promovierte Skandinavistin und arbeitet seit 1996 als freie Übersetzerin.

Nordlichter - Schwedische Übersetzertage

Lisa Bjärbo im Gespräch mit ihrer Übersetzerin Maike Dörries

11.06.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

Mit der Nils-Holgersson- und der Carl von Linné-Plakette hat Lisa Bjärbo zwei der wichtigsten Literaturpreise Schwedens gewonnen. 2014 erscheint in Deutschland mit Alles, was ich sage, ist wahr die erste deutsche Übersetzung eines ihrer zahlreichen Bücher. Seitdem kann man sich auch hierzulande ein Bild von ihren Schreibkünsten machen, die sie nicht nur als Schriftstellerin, sondern auch als Journalistin und Bloggerin unter Beweis stellt. Bjärbos Geschichten handeln von den bittersüßen Strapazen des Erwachsenwerdens. In Alles, was ich sage, ist wahr schmeißt die 16jährige Alice die Schule, um auf eigene Faust ihre Zukunft zu gestalten – und erfährt dabei zum ersten Mal, was Liebe und Tod bedeuten. Maike Dörries, die bereits für die erste Übersetzung verantwortlich zeichnete, arbeitet momentan daran, auch Lisa Bjärbos neustes Buch – Djupa ro – ins Deutsche zu übertragen. Im gemeinsamen Gespräch werden die beiden vor allem der Frage nachgehen, wie sich schwedische Jugendsprache und Jugendkultur in einen deutschen Kontext umsetzen lassen.

Zum Abschluss der dreitätigen Übersetzertage lädt das Hessische Literaturforum zu einem skandinavischen Buffet ein.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)
Dauerkarte: 18,-/12,-

(inkl. Speisen und Getränke)

 
Lisa Bjärbo, geboren 1980, ist Kinderbuchautorin und Journalistin.

Maike Dörries, Jahrgang 1966, studierte Skandinavistik und Niederdeutsch. Seit 1998 ist sie frei- und hauptberufliche Übersetzerin aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen sowie Vermittlerin für skandinavische Literatur.

© Leif Hansen

Schimpf & Schande

Mit Inger-Maria Mahlke (Nachholtermin für die im März entfallene Veranstaltung)

14.06.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

*Tickets, die für den ursprünglichen Termin erworben wurden, behalten ihre Gültigkeit*

„Das muss man doch gelesen haben!“ – Ertappt? Kleinlaut kramt man im Allgemeinwissen nach den kläglichen Resten, die einst bei der Lektüre des Wikipedia-Artikels über diesen Klassiker der Literatur hängenblieben sind, um die öffentliche Schande vor dem gebildeten Gegenüber vielleicht doch noch irgendwie abwenden zu können…

Es wird Zeit, den Spieß umzudrehen. Bei „Schimpf & Schande“ schlägt die Stunde der Unbeleckten. In den Hauptrollen: Ein/e bekannte/r Autor/in, ein Moderierender, zwei Klassiker, die die beiden bis dato nur vom Hörensagen kannten. Dazu Fragen: Was hat das alles mit uns zu tun? Ist das jetzt eigentlich Kunst oder kann das weg? Denn wo steht denn geschrieben: einmal Kanon, immer Kanon?

Den Auftakt der Selbstdemütigung bestreiten die im vergangenen Jahr für den Buchpreis nominierte Inger-Maria Mahlke und Björn Jager mit Fontanes Effi Briest und Kleists Michael Kohlhaas. Bevor die beiden die Lektüre nachholen, müssen sie Statements formulieren: Um was geht’s ihrer Meinung nach? Was erwarten sie vom Text? Dabei gilt: kein Pranger ohne Publikumsbeteiligung! Die Zuschauer sind herzlich eingeladen, mit zu lesen und zu schimpfen.

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Mahlke_Inger-Maria©Sibylle BaierInger-Maria Mahlke, geboren 1977, erhielt für ihren Erstling Silberfischchen beim HarbourFront-Literaturfestival 2010 den Preis fürs beste Debüt. Zuletzt veröffentlichte sie mit Wie ihr wollt einen vielbeachteten historischen Roman.

© Sybille Baier

Poetische Positionen

Marcus Roloff und Yevgeniy Breyger

22.06.2016, 20:00

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.

„Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!“ – nicht nur Fußballfans haben diesen Ruf auf den Lippen, auch für Lyrikbegeisterte war das in jüngster Vergangenheit die Parole: Wer nah dran sein wollte an einer lebendigen, vernetzten und miteinander diskutierenden Lyrikszene, der ging in die Hauptstadt. Heute kann man einfach direkt in Frankfurt bleiben. Ob Paulus Böhmer oder Gerald Zschorsch, Silke Scheuermann, Carolin Callies oder die Open-Mike-Gewinner Martin Piekar und Robert Stripling: Sie alle hinterlassen mit ihren Texten Spuren in der Mainmetropole.
Zu den Stimmen, die Frankfurt gegenwärtig prägen, sind unbedingt auch Marcus Roloff und Yevgeniy Breyger zu zählen. In ihren aktuellsten Texten – Breygers gerade bei kookbooks erschienenem Debütband flüchtige monde und Marcus Roloffs Zyklus white box solanas – wenden sie sich dem bestimmenden Thema der vergangenen Monate zu: der Flucht. Während Breyger Bruchstücke aus dem Diskurs über Flüchtlinge nutzt, um über die Naturalisierung sozialer Verhältnisse nachzudenken, erkundet Roloff die Schwellenbereiche des Sommers: den Strand und das Meer – weil mitunter sie darüber entscheiden, auf welcher Seite der Gesellschaft man sich wiederfindet.

Moderation: Björn Jager und Malte Kleinjung

Ort: Literaturforum im Mousonturm

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Breyger_Yevgeniy(c)Johanna SalomonYevgeniy Breyger, geboren 1989 in Charkow, lebt seit 1999 in Deutschland. Er studierte kreatives Schreiben in Hildesheim und literarisches Schreiben in Leipzig. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien.

© Johanna Salomon

 

 

 

 

 

 


Marcus Roloff, 1973 in Neubrandenburg geboren, studierte Literatur, Philosophie und Kulturwissenschaft an der HU Berlin. Seine Texte wurden mehrfach übersetzt.

© gezett, www.gezett.de